EU: Deutsche Übersetzerstellen sollen gestrichen werden


(C) Prime Minister of the Netherlands, 2011, Bild: Wikipedia (CC BY 2.0)

Im Deutschen Bundestag herrscht derzeit Empörung über eine geplante Streichung deutscher Übersetzungsstellen. Der Vorschlag kommt dabei von der EU-Kommission. Dass die deutsche Sprache in der Europäischen Union als Laster angesehen wird, unterstreicht man mit diesem Vorstoß durchaus.

Seitens des Vorsitzenden des Europaausschusses, Gunther Krichbaum, sagte man zu den Plänen der EU-Kommission, gegenüber der Saarbrücker Zeitung, dass diese "unverschämt" sind. Erst im Sommer dieses Jahres hatte der Deutsche Bundestag eigentlich gefordert, dass die deutschen Übersetzungsleistungen auf mittelfristige Sicht deutlich gesteigert werden sollen.

Im dem Bericht der Zeitung sagte Krichbaum auch: "Es ist eine Respektlosigkeit gegenüber einem nationalen Parlament, wenn die Kommission mitten in laufenden Verhandlungen jetzt genau gegenteilige Fakten schafft".

In dem aktuellen Bericht des sogenannten Brüsseler Verbindungsbüros des Deutschen Bundestages heißt es dabei, dass die EU-Kommission wegen Einsparungen beim Personal in den kommenden fünf Jahren 22 der 110 Übersetzerstellen in der deutschen Abteilung der Generaldirektion abbauen will.

Mit Blick auf die englische Abteilung sei jedoch kein Abbau, sondern sogar eine Ausweitung der Übersetzerstellen geplant. Hier wolle man etwa 14 neue Stellen schaffen. Die Vorgabe von fünf Prozent des Stellenabbaus geht mit Blick auf die deutschen Übersetzerstellen mit 20 Prozent deutlich zu weit.

Dabei sei deutlich gemacht, dass schon mit der aktuellen Anzahl an deutschen Übersetzerstellen seit Jahren ein Ärgernis vorhanden war, da diese bereits zu knapp bemessen sind. Neben Deutsch ist auch Französisch und Englisch eine der drei Verfahrenssprachen innerhalb der Europäischen Union.

Dementsprechend müssen alle Vorlagen in diesen drei Sprachen übersetzt werden. "Dies wurde jedoch in den letzten Jahren immer weniger gewährleistet und könnte mit der angestrebten Kürzung noch fraglicher werden", so ein Vermerk des Brüsseler Verbindungsbüros vom Deutschen Bundestag.

Bild-Quelle: Wikipedia (symbolisch für "EU")

  
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