Zensur über Foltermethoden in Guantanamo im 9/11 Verfahren


(C) Kathleen T. Rhem, 2005, Bild: Wikipedia (gemeinfrei)

Eigentlich hatte man darauf gehofft, dass die Aussagen der von den USA angeklagten Personen, wegen der damaligen Anschläge am 11. September 2001, der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Doch die Aussagen der Angeklagten, über u.a. die brutalen Verhörmethoden, bleiben weiter unter Verschluss.

Im US-Militärtribunal hatte sich der eingesetzte Militärrichter James Pohl hinter den zuvor eingebrachten Antrag der US-Regierung gestellt. Man werde die Schilderungen des mutmaßlichen Chefplaners Chalid Scheich Mohammed aus Gründen "der nationalen Sicherheit" nicht der Öffentlichkeit zugänglich machen.

Chalid Scheich Mohammed wurde in Belutschistan, einer pakistanischen Provinz, geboren und lebte in seiner Jugend einige Jahre in Kuwait (Saudi-Arabien). Er trat im Alter von 16 Jahren der islamistisch-fundamentalistischen Muslimbruderschaft bei.

Die geübte Zensur der US-Strukturen kritisierte man dabei auch seitens der Bürgerrechtsgruppe American Civil Liberties Union (ACLU). Aber auch zahlreiche andere Organisationen hatten sich gegen die verschleiernden Taktiken gewendet.

So entschied man seitens der US-Regierung, übertragen auf die ausführenden Strukturen des Militärs, dass der Ton aus dem Gerichtssaal mit einer etwa 40-sekündigen Verzögerung übertragen werden soll. Sollten dabei vertrauliche Informationen geäußert werden, würde man entsprechend eingreifen und das Audiosignal zensieren.

Der für das Verfahren eingesetzte Militärrichter James Pohl sagte zur dieser Methodik, dass dieser Weg der beste sei, um der Öffentlichkeit Zugang zum Verfahren zu bieten, aber gleichermaßen auch Geheimnisse der nationalen Sicherheit zu schützen.

Wegen der Verwicklung in die damaligen Anschlägen auf das Pentagon und das World Trade Center müssen sich der Kuwaiter Mohammed, der Saudiaraber Mustafa Ahmad Al-Hawsawi, der Pakistaner Ali abd Al-Aziz Ali als auch die aus dem Jemen stammenden Personen Ramzi Binalshibh und Walid bin Attash vor Gericht verantworten. Der Prozess startet im kommenden Jahr, wobei den beklagten Männern die Todesstrafe droht.

Die unter Terrorverdacht stehenden Individuen wurden damals in den Jahren zwischen 2002 und 2003 festgenommen und zunächst in verschiedene Geheimgefängnisse des US-Auslandsgeheimdienstes CIA verbracht. Danach wurden sie in das berüchtigte US-Straflager nach Guantanamo verlegt.

Der US-Regierung werden dabei verschiedene Foltermethoden angelastet, wie etwa diverse Gehirnwäschepraktiken, Todesdrohungen, Schlafentzug und andere brutale Verhörmethoden. Allein der beklagte Mohammed wurde nach den offiziell getätigten Angaben mehr als 180 Mal mit der Foltermethode des sogenannten Waterboardings konfrontiert.

  
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