Deutschland: Bundestag stimmt für Beschneidung von Jungen


(C) Museum für Hamburgische Geschichte, 2012, Bild: Wikipedia (CC0 1.0)

Nachdem es in den vergangenen Monate verschiedene Meinungen zu rituellen Beschneidungen in Deutschland gegeben hatte, einigte man sich nun im Bundestag darauf, dass die religiöse Beschneidung von Jungen zulässig ist.

Ein solcher Eingriff sei dann erlaubt, wenn dieser nach den Regeln der "ärztlichen Kunst" erfolgt. Nach einem Gerichtsurteil vom vergangenen Mai, welches die Beschneidung als strafbare Handlung wertete, soll mit diesem Vorstoß nun Rechtssicherheit geschaffen werden.

Zur Annahme des Gesetzentwurfs der deutschen Bundesregierung stimmten 434 Abgeordnete, wobei 100 dagegen stimmten und 46 Enthaltungen geübt wurden. Aus diesem angenommenen Gesetzentwurf ist demnach auch dann eine Beschneidung durch Personen erlaubt, wenn diese keine Ärzte sind. Die religiöse Beschneidung muss dabei in den ersten sechs Lebensmonaten vollzogen werden, wenn jene „Beschneider“ für diesen Eingriff ausgebildet sind.

Ein ebenfalls als Alternative vorgelegter Entwurf sah dabei vor, dass eine Beschneidung nur dann durchgeführt werden darf, wenn ein jeweiliger Junge 14 Jahre alt ist und seine Einwilligung für den Eingriff gegeben hat. Dieser Gesetzentwurf fand jedoch keine Mehrheit.

Nun muss noch der deutsche Bundesrat dem Gesetz zustimmen. Am kommenden Freitag entscheidet auch die deutsche Länderkammer, wobei eine Mehrheit zur Annahme als sicher gilt. Die Gegner, vor allem aus den Reihen der Opposition, stellten in der Debatte das Kindeswohl in den Vordergrund. Dieses dürfe nicht über die Religion gestellt werden. Eine Beschneidung sei ein schwerer Eingriff, der nicht rückgängig gemacht werden könne.

Bild-Quelle: Wikipedia (symbolisch)

  
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