US-Luftwaffe: X-37B erfolgreich zur dritten Mission ins All gestartet


(C) United States Air Force, 2007, Bild: Wikipedia (gemeinfrei)

Am vergangenen Dienstag schoss das US-Militär erneut, das dritte Mal, in einer "geheimen" Mission die unbemannte Raumfähre X-37B ins All. Seitens der Luftwaffe hieß es, dass die Trägerrakete die X-37B von Cape Canaveral im Bundesstaat Florida aus ins All schoss.

Der Hersteller des Mini-Schuttles ließ zum dritten Start verlauten, dass die Mission "Experimente im All" zum Zweck hätte. Das US-Militär schwieg sich, in gewohnter Weise, zum eigentlichen Zweck aus.

Der erste Start des Typs X-37B fand im April 2010 statt. Nachdem das Raumgefährt etwa acht Monate im All zubrachte, landete es wieder selbstständig auf der Erde (US-Militärbasis Vandenberg). Im vergangenen Juni war dabei ein zweites Raumschiff, nach 469 Tagen im All, wieder auf der Erde gelandet.

Aus der offiziellen Darstellung heraus soll es sich bei der ominösen Raumfähre X-37B um einen experimentellen Raumgleiter handeln, welcher in der X-37 Typenversion, angelehnt an dem Aufbau des Versuchsgleiters X-40A, von der NASA in Auftrag gegeben worden war. Hierbei hatte sich Boeing Phantom Works, eine Tochterfirma von Boeing, an der damaligen Entwicklung beteiligt.

Im September 2004 wurde die Weiterentwicklung des Projekts durch die US-Militärbehörde DARPA weitergeführt. Die DARPA ist als Behörde in das Verteidigungsministerium der Vereinigten Staaten eingegliedert und widmet sich offiziell verschiedenen Forschungsprojekten der Streitkräfte der Vereinigten Staaten (u. a. auch Weltraumprojekte, Roboter, Waffenmodifikationen).

Bereits ab dem Sommer des Jahres 2005 fanden mit dem Prototyp X-37A verschiedene Testflüge statt. Hierbei kam auch das privat entwickelte Trägerflugzeug White Knight der Firma Scaled Composites zum Einsatz.

Aktuell leitet das “Rapid Capabilities Office” der USAF (United States Air Force) das X-37B Programm. Das Hauptquartier (Headquarters United States Air Force) befindet sich im Pentagon in Virginia.

Die erste NASA-Version des Raumgleiters war die X-37A, welche in Tests in den Jahren 2005 und 2006 zur Anwendung gebracht wurde. Daraus folgte die weiterentwickelte Version X-37B, eine modifizierte Version der NASA X-37A, welche für die US Air Force vorgesehen war. Im Jahr 2011 gab es Pläne seitens Boeing für eine andere Variante der X-37B. Diese trug dabei die Kennung X-37C und soll zwischen 165 und 180 Prozent größer als die X-37B sein. In dieser Typen-Version würden bis zu sechs Astronauten Platz haben.

Der erfolgreiche Start der dritten X-37B-Mission am vergangenen Dienstag wurde um 1:03 EST (18:03 UTC) Ortszeit (Cape Canaveral Air Force Station) vollzogen. Das Raumschiff hat dabei eine Länge von ca. 8,90 Metern und eine Spannweite von ca. 4,50 Metern. Im Weltraum wird es durch Solarzellen und Lithium-Ionen-Batterien angetrieben.

Die Kosten für das Gesamtprojekt werden auf mehrere hundert Millionen US-Dollar geschätzt. Eine Trägerrakete vom Typ Atlas V hat die X-37B OTV ins All, in eine untere Umlaufbahn (Low Earth Orbit, Leo) befördert. Die Atlas V wird vom US-Raumfahrtunternehmen United Launch Alliance (ULA) gebaut und betrieben, einem Gemeinschaftsunternehmen von Boeing und Lockheed Martin.

Anbei finden Sie ein Video zum Start des Mini-Spaceshuttles (X-37B) in der am vergangenen Dienstag (11/12/12) gestarteten OTV-3 Mission.

  
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