Störung der Navigation mit Satelliten durch Atomtests


(C) United States Department of Energy, 2005, Bild: Wikipedia (gemeinfrei)

In einer Untersuchung hat man seitens der Ohio State University herausgefunden, dass Atomtests Störungen in der Ionosphäre auslösen, welche etwa das Signal von GPS-Satelliten stören. Dabei sei deutlich gemacht, dass dies selbst dann gilt, wenn die Atomtests unterirdisch durchgeführt werden.

Die Ionosphäre ist eine Schicht der Erdatmosphäre, welche sich in etwa 80 Kilometern Höhe befindet. Nach der Detonation einer Atombombe erreicht ein Teil der Energie die Ionosphäre, in Form von Schallwellen und auch elektromagnetischer Strahlung.

Dieser Umstand führ dazu, dass Störungen, welche sich in wellenförmiger Art ausbreiten, das schwache Signal der Navigations-Satelliten stören. Bezogen auf GPS-Satelliten ist es dabei so, dass sich diese in etwa 20.000 Kilometern Höhe bewegen.

Durch die recht geringe Sendeleistung kann somit das Signal, welches durch die Ionosphäre tritt, durch jene Turbulenzen gestört werden. Auswirkungen können dabei sein, dass etwa Handys schlechtere Verbindungen aufweisen oder sogar der Empfang ausfällt (nicht die Regel).

Bei der Ohio State University fand man in diesem Zusammenhang heraus, durch die Analyse der Anhäufungen von Störungen in den historisch-aufgezeichneten GPS-Daten, dass es direkte Zusammenhänge mit den US-Nukleartests der 1990er Jahre oder auch Nordkoreas Versuche aus der Dekade darauf gibt - man konnte sie gar annähernd lokalisieren.

Die Wissenschaftler der Ohio State University konnten in den Aufzeichnungen des International GNSS Service aus dem Jahr 2009 etwa Hinweise über die Elektronendichte am 25. Mai über Nordkorea auswerten. An jenem Tag hatte das Land einen unterirdischen Atomwaffentest vollzogen.

Normalerweise werden solche Explosionen mit chemischen oder seismischen Sensoren erfasst. Doch mit dieser speziellen Anwendung des Global Positioning System (GPS) kann ebenfalls festgestellt werden, ob ein Staat einen unterirdischen Atomwaffentest durchgeführt hat.

Bild-Quelle: Wikipedia (symbolisch für "Atombombe")

  
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