Russland: Medwedjew und die ominöse Mikrofonpanne


(C) Presidential Press and Information Office KREMLIN, 2008, Bild: Wikipedia (CC BY 3.0)

Derzeit machen angeblich heimliche Mitschnitte im Internet die Runde, welche Russlands Premier Medwedjew zeigen. Nach einer umfassenden Interview-Runde hatten diese Äußerungen in der Öffentlichkeit für Aufregung gesorgt.

Für fünf russische Fernsehkanäle stand Medwedjew Rede und Antwort. Doch nach der offiziellen Runde lief die Talkrunde inoffiziell weiter, bei weiter angeschaltetem Mikrofon. Was man dort zu hören bekam, passt nicht ganz in die übliche Haltung Medwedjews.

Er äußerte sich etwa abfällig über die russischen Sicherheitskräfte, was nun sogar das mächtige Ermittlungskomitee SK auf den Plan rief. Ein Journalist stellte hierbei etwa die Frage über eine am selben Tag vorgenommene Razzia beim Regisseur Pawel Kostomarow, der an einem dokumentarischen Film über die russische Opposition arbeitet.

Darauf antwortete Medwedjew: "Machen Sie sich keine Sorge, alles wird gut. Denn sie (die Ermittler) sind Trottel, wenn sie um 8 Uhr morgens kommen." Er habe viele Freunde in den Sicherheitskräften, und "sie glauben, wenn sie um 7 Uhr morgens kommen, werden sie alles auf der Welt in bester Qualität bekommen".

Einer der Sprecher des russischen Ermittlungskomitees, Sergej Markin, reagierte auf jene Äußerungen Medwedjews derart, dass es durchaus merkwürdig sei, solche Kommentare zu hören. Diese würden russische Ermittler beleidigen, aber auch die Autorität aller russischen Sicherheitskräfte untergraben.

Diese Mitteilung war zuvor auf der Webseites des Ermittlungskomitees zu lesen, wurde mittlerweile aber wieder entfernt. Doch in der russischen Zeitung Kommersant sagte Sergej Markin erneut, dass er nicht von seiner Meinung abgerückt sei.

Verschiedene Experten sehen den Vorfall als möglichen Ausdruck um interne Machtkämpfe in der russischen Führungsspitze - es könnte eine gezielte Kampagne zur Diskreditierung von Medwedjew sein.

Die ins Internet gestellten Äußerungen stammen dabei vom staatlichen Fernsehsender RT (Russia Today). Als Eigentümer fungiert hierbei "RIA Novosti", welche bereits damals als Frontorganisation des KGB bekannt war und heute sicherlich keine mindere Position einnimmt.

Bild-Quelle: Wikipedia (symbolisch)

  
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