Parteitag der CDU: Webseite zensierte kritische Meldungen


(C) Thomas Riehle, 2000, Bild: Wikipedia (CC BY-SA 2.0 DE)

Medienberichten zufolge soll der CDU-Parteitag alternativlos optimal verlaufen sein. Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel wurde mit etwa 96,99 Prozent (mit Enthaltungen) zum siebten Mal in Folge in das Amt der CDU-Chefin gewählt.

Einem Bericht von DWN zufolge soll jedoch auf der Webseite zum stattgefundenen CDU-Parteitag derart eingegriffen worden sein, dass man bestimmte kritische Wortmeldungen einfach heraus zensierte, da diese wohl nicht in die gespielte Heiterkeit hineinpassten.

So heißt es in dem Bericht, dass es gleich zu Beginn des Parteitags kritische Wortmeldungen gegeben hat, welche jedoch nicht publiziert wurden. Zum einen wurde eine Meldung von einem Delegierten verschwiegen, der sagte, dass die CDU ihr C verteidigen muss. Auch die Euro-Hilfsgelder sprach er an und meinte, dass diese besser an die Familien anstatt nach Griechenland gegangen wären.

Ebenfalls zensiert wurde ein Beitrag von Oswald Metzger, der sagte, dass alle Parteien den Fehler begehen würden, in der Euro-Frage eine fundamental andere Position zu vertreten, als dies die meisten Bürger Deutschlands tun.

Von den politisch-korrekten Zensurmaßnahmen war auch der ehemalige sächsische Ministerpräsident Georg Milbradt (CDU) betroffen, der meinte: "Wir müssen den Bürgern und unseren Mitgliedern die Wahrheit über die Verluste sagen, die in der Eurozone entstanden sind".

Es ist durchaus makaber, wenn man auf der einen Seite Demokratie predigt, auf der anderen Seite jedoch Zensurmaßnahmen vollzieht, welche eher an dunkle Staatsgebilde erinnern lassen.

In demokratischen Gebilden müsste es durchaus machbar sein, auch kritische Meldungen zu publizieren, ohne dabei narzisstische Züge zu zeigen und sich daraus die eigene Scheinwelt aufrecht zu erhalten, indem man einfach das Kritische weglässt.

Der angerichtete Schaden ist für das eigene Ansehen zumindest im Nachhinein, wenn derartige Maßnahmen an die Öffentlichkeit kommen, durchaus intensiver, als hätte man keine Zensur walten lassen und der freien Meinungsäußerung den Vorrang gelassen.

Quelle: DWN - Bild: Wikipedia (symbolisch)

  
Bücherindex Bild Link