Olympia-Attentat von 1972: Polizei wurde zehn Stunden vorher gewarnt


(C) Harald Bischoff, die mad.ag, Bild: Wikipedia (CC BY 3.0)

Nach neuen Erkenntnissen zu dem Olympia-Attentat von 1972 berichtete nun der Bayerische Rundfunk. Hierbei macht man deutlich, dass damals etwa zehn Stunden vor dem Anschlag die Polizei gewarnt worden sei, nämlich vom Verfassungsschutz.

Das Attentat vom 5. September 1972 ist in manchen Belangen noch recht undurchsichtig. Die nun recherchierte Warnung, welche zehn Stunden vorher die Münchner Polizei erreichte, war demnach auch sehr detailliert.

Das deutsche Bundesamt für Verfassungsschutz nannte z.B. die fünf Namen von Terroristen und auch das Anschlagziel wurde mitgeteilt, nämlich die Olympischen Spiele. Die Warnung erfolgte dabei als Fernschreiben. Dem Bayerischen Rundfunk liegt eine Kopie vor, heißt es dort.

Das Schreiben trägt dabei das Kürzel des damaligen diensthabenden Schichtleiters im Münchner Polizeipräsidium. Später soll der Mann jedoch nicht vernommen worden sein. Das Einsatztagebuch seiner geführten Schicht liegt in den Akten der Staatsanwaltschaft, wobei die Seite für 19 Uhr fehlen soll.

Doch genau zu diesem Zeitpunkt ging das Fernschreiben des Bundesamtes für Verfassungsschutz ein, berichtet man. Nachdem man seitens des BR intensive Recherchen zur Sache vollzog, stellte sich nun auch heraus, dass wohl nie geplant gewesen war, drei überlebende Terroristen zur Verantwortung zu ziehen.

Diese sollten vielmehr so schnell wie möglich abgeschoben werden. Eine solche Gelegenheit bot sich nur 6 Wochen später, nach dem Anschlag bei einer Flugzeugentführung. Die Attentäter kamen hierbei ohne sofortigen Austausch mit den Flugzeuggeiseln frei.

Die Behörden in Bayern sollen dies billigend in Kauf genommen haben, schreibt man. Mit diesen neuen Details erhärtet sich also der bereits seit langem gehegte Verdacht, dass das Attentat von 1972 keineswegs als "restlos aufgeklärt" betitelt werden kann.

Beim Olympia-Attentat von 1972 kamen 17 Menschen ums Leben, elf israelische Sportler, ein Polizeibeamter und auch fünf der acht Terroristen. Seitens des deutschen Verfassungsschutzes wollte man nach dem BR-Bericht nun jene Erkenntnisse "prüfen", hieß es.

Bild-Quelle: Wikipedia (symbolisch)

  
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