Wikileaks: Prozess gegen Bradley Manning auf März verschoben


(C) United States Army, Bild: Wikipedia (PD)

Der Prozess gegen Bradley Manning, der Wikileaks mit scheinbar geheimen Informationen versorgte, soll wohl um einen Monat verschoben werden, so eine US-Militärrichterin in Fort Meade. Als Begründung nannte man, dass die "Justiz" mehr Zeit zur Vorbereitung benötigen würde. Die Argumente der Anklage und Verteidigung in der Voranhörung müssten genau überprüft werden.

Ende November hatte der mutmaßliche Informant Manning in einer solchen Voranhörung erstmals selbst das Wort ergriffen. Er habe nach der Festnahme mehrmals an Selbstmord gedacht und beklagte sich über teils extrem harte Haftbedingungen. Die Verteidigung Mannings forderte alleine aus diesem Grund einen Freispruch.

Kurz nachdem man Manning damals festnahm, wurde er nach Kuwait verbracht und danach für etwa neun Monate in Quantico im US-Bundesstaat Virginia in Untersuchungshaft gesteckt. Nachdem es heftige Proteste in der Öffentlichkeit gegeben hatte, verlegte man Manning in das Gefängnis von Fort Leavenworth.

In der Haftzeit in Kuwait war er in einer kleinen Zelle eingesperrt und zudem völlig von der Außenwelt abgeschnitten. Immer wieder durchsuchte man seine Zelle und verwüstete diese, um so psychologischen Druck aufzubauen. In dieser Zeit hätte Manning bereits mehrmals an Selbstmord gedacht.

Nach der Verlegung in das Gefängnis von Quantico blieb er trotz des Widerspruchs von Psychiatern den strikten Regeln für selbstmordgefährdete Häftlinge unterworfen. Dort wurden ebenfalls verschiedene ominöse Praktiken vollzogen. Manning musste etwa eine erhobene Stellung einnehmen und bittend um Toilettenpapier brüllen.

Oft musste er auch völlig entkleidet in seiner Zelle stehen, seine Brille wurde weggenommen, in der Nacht musste er ohne Unterwäsche schlafen und ähnliche „Dinge“ wurden praktiziert. Begründen tat man dies mit den möglichen Selbstmordversuchen.

Im Vorfeld hatten auch zwei beteiligte Psychiater der US-Army ausgesagt, dass man Manning trotz der Empfehlung und den gegebenen mediz. Rat weiter in den harten Haftbedingungen festgehalten habe. Auch ein Berichterstatter der UN hatte erklärt, dass Manning unmenschlich und grausam behandelt wurde.

Bradley Manning wird vorgeworfen etwa 260.000 "vertrauliche" Depeschen der US-Diplomatie an Wikileaks gegeben zu haben. Er ist in 22 Punkten angeklagt, wobei der schwerste "Hilfe für den Feind" ist.

Bild-Quelle: Wikipedia (symbolisch)

  
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