Europa: Eine Generation radikalisiert sich und wartet auf das Nichts


(C) endiaferon, 2008, Bild: flickr (nicht portiert) (CC BY-SA 2.0)

In einer aktuellen Ausarbeitung der Europäischen Stiftung zur Verbesserung der Lebens- und Arbeitsbedingungen zeigt man nun auf, dass die sozialen Spannungen in Europa durchaus explosiver Natur sind und sich auch entladen könnten. Unten finden Sie zum einen die deutschsprachige Zusammenfassung, als auch das englischsprachige Originaldokument.

Mittlerweile sitzen bereits etwa vierzehn Millionen Jugendliche in Europa ohne Job daheim. Die Zahl steigt und die Unterschiede zwischen den Ländern werden zudem auch immer größer. Soziologen fürchten gar die Folgen für Gesellschaft und auch die Gesundheit.

Manche sind freiwillig in der Arbeitslosigkeit oder auf Reisen, doch die meisten betroffenen Personen sind noch viel schlechter dran. Sie haben wenig Vertrauen in die Institutionen und sind sozial sowie politisch isoliert.

Auch haben sie größere Chancen, am Ende in die Kriminalität abzurutschen. Die einzige Region in Europa, wo die nichtbeschäftigten Jugendlichen noch relativ ruhig bleiben, ist Skandinavien. In allen anderen europäischen Regionen radikalisieren sich Millionen Jugendliche und könnten zu einer Gefahr für den Kontinent werden, heißt es.

Die Wirtschaftskrise hat die Beschäftigungsaussichten der jungen Generation stark beeinträchtigt; die Beschäftigungsrate junger Menschen hat nun den niedrigsten Stand erreicht, den Eurostat jemals verzeichnet hat.

Um das Ausmaß der Nichterwerbstätigkeit junger Menschen besser abschätzen zu können, wurde der Begriff der NEETs entwickelt (Menschen, die weder eine Arbeit haben noch eine schulische oder berufliche Ausbildung absolvieren). Dieser Bericht beleuchtet die Situation junger Menschen auf dem Arbeitsmarkt in Europa, mit besonderem Schwerpunkt auf der Gruppe der NEETs.

Er untersucht die Faktoren, anhand derer die Zugehörigkeit zur NEET-Gruppe bestimmt wird, und misst die wirtschaftlichen und sozialen Kosten von NEETs. Außerdem bewertet er, wie in den Mitgliedstaaten versucht wurde, junge Menschen durch die Politik und andere Maßnahmen dabei zu unterstützen, auf dem Arbeitsmarkt Fuß zu fassen.

Junge Menschen, die weder eine Arbeit haben noch eine schulische oder berufliche Ausbildung absolvieren („NEETs“): Merkmale, Kosten und Reaktionen der Politik in Europa - Zusammenfassung

Original: EETs - Young people not in employment, education or training: Characteristics, costs and policy responses in Europe

Bild-Quelle: flickr (symbolisch)

  
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