IFO: Sinn hat Zweifel an Fortschritt in den Eurokrisenländern


(C) Jan Roeder, Krailling, 2008, Bild: Wikipedia (CC BY-SA 3.0)

Dass die Eurokrisenländer nachhaltig wettbewerbsfähiger werden, daran scheinen zumindest die "Euroretter" keinen Zweifel zu haben. Doch ein wenig anders sieht das der deutsche Ifo-Präsident Hans-Werner Sinn. Er hegt einem Bericht von "Welt" zufolge Zweifel daran, dass die Wettbewerbsfähigkeit in den Eurokrisenländern verbessert wird/wurde.

Sinn könne demnach nicht erkennen, dass hier derartige positive Impulse vorherrschen. Aus der heutigen Sicht heraus sind die Versprechen, dass die Krisenländer in der Euro-Zone wettbewerbsfähiger werden, reine Zweckbehauptungen. Dies aus dem Grund, so Sinn, damit die Deutschen beruhigt sind und bereitwillig ihre "Portemonnaies aufmachen".

Erst am vergangenen Mittwoch hatte die EU-Kommission verkündet, dass die Korrektur von makroökonomischen Ungleichgewichten erfolgreich verlaufe. Demnach würden die EU-Länder mit den größten Ungleichgewichten in der Außenwirtschaft dabei sein ihre Leistungsbilanzdefizite zu senken, was wiederrum die Wettbewerbsfähigkeit verbessern würde.

Doch Sinn hält von diesen Mutmaßungen nichts. Er ist eher der Meinung, dass die Interpretationen der EU-Kommission verfehlt getroffen wurden, was etwa für die sinkenden Lohnstückkosten gelte. Dies aus dem Grund, da die Lohnstückkosten wegen der Rezession in diesen Ländern absinken würden.

Die EU-Kommission machte am vergangenen Mittwoch deutlich, dass ein Indikator für die Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit in den Eurokrisenländern sinkende Lohnstückkosten wären. Sinn sagte zu diesem Punkt in der "Welt":

"Firmen mit hohen Lohnstückkosten gehen unter und Firmen mit günstigeren Lohnstückkosten und höherer Produktivität bleiben am Leben. Das führt zwar rechnerisch zu niedrigeren Lohnstückkosten der gesamten Volkswirtschaft, aber ich kann nicht erkennen, wie man das als Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit interpretieren kann".

Ein Abbau der Leistungsbilanzdefizite sei nach Ansicht von Sinn absolut kein Anzeichen dafür, dass in den Ländern eine nachhaltige Verbesserung eintritt. Die Leistungsbilanzdefizite sinken, weil die Volkswirtschaften der Krisenländer in der Rezession stecken, die Verbraucher geringere Einkommen haben und deshalb auch weniger Importe kaufen würden.

Bild-Quelle: Wikipedia (symbolisch)

  
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