Naher Osten: Türkei erwartet baldigen Beschluss der NATO zu Patriot-Systemen


(C) Start eines Patriot-Lenkflugkörpers, Bild: Wikipedia (gemeinfrei)

Medienberichten zufolge erwartet man in der Türkei für die kommende Woche einen formellen Beschluss der NATO, betreffs der Stationierung des sog. Patriot-Raketensystems (Phased Array Tracking Radar to Intercept On Target) für das türkisch-syrische Grenzgebiet.

Seitens des türkischen Verteidigungsministers Ismet Yilmaz sagte man, dass die USA, Niederlande und auch Deutschland zuletzt angeboten hatten, dass die Patriot-Abwehrraketen in die Türkei verlegt werden könnten. In der kommenden Woche wird es demzufolge eine offiz. Entscheidung zur Stationierung im NATO-Rat geben.

Als Stationierungsstandorte würden aus heutiger Sicht wohl drei Grenzprovinzen im süd- südosttürkischen Bereich in Frage kommen, hieß es. Am vergangenen Montag trafen in der Türkei Experten aus den USA, Deutschland und auch den Niederlanden ein. Zweck sei hier, damit gemeinsam nach passenden Stationierungsstandorten für die Patriot‘s gesucht werden könne, teilte man mit.

In der türkischen Zeitung "Sabah" schrieb man, dass dieses in die Türkei entsandte Vorauskommando insgesamt 30 Vertreter der NATO-Staaten umfasst. Laut dem Bericht werden wohl Stationierungsstandorte in den Provinzen Sanliurfa, Hatay, als auch Gaziantep in Betracht gezogen.

In dem Bericht hieß es auch noch, dass die Orte für die Stationierung nicht nur wegen einer möglichen Bedrohung aus Syrien gewählt wurden, sondern ebenfalls auch andere „Sachen“, wie die Stromversorgung, die Infrastruktur oder auch die Unterbringung der etwa 170 ausländischen Soldaten mit bedacht worden sind.

Am vergangenen Mittwoch hatte die Türkei offiziell bei der NATO einen Antrag eingereicht, der vorsieht, dass die Patriot-Abwehrraketen an der Grenze zu Syrien stationiert werden sollen. Offizielle Begründung war hier, dass man sich gegen einen möglichen Raketenbeschuss aus Syrien auf die Türkei vorbereiten möchte, um im Bedarfsfall entsprechend reagieren zu können.

Türkische Militärvertreter betonten am Montag ebenfalls, dass sie die Patriot-Raketen nur zur Abwehr syrischer Raketen und Luftangriffe verwenden würden. Syrien selbst und der verbündete Iran hatten die Nato-Pläne in den vergangenen Tagen scharf kritisiert.

Damaskus sprach von einer "Provokation" durch die Türkei. Der Iran warnte sogar vor einem Krieg. Verteidigungsminister Thomas de Maizière hat unterdessen die Kritik Russlands am möglichen Einsatz deutscher Luftabwehrraketen vom Typ Patriot an der türkisch-syrischen Grenze zurückgewiesen.

Patriot-Raketensysteme wurden beim ersten und beim zweiten Irak-Krieg in den Jahren 1991 und 2003 bereits auf türkischem Territorium stationiert, kamen aber nicht zum Einsatz.

Bild-Quelle: Wikipedia (symbolisch)

  
Bücherindex Bild Link

Weitere Inhalte