Ägypten: Mursi will weiter an kritisierten Erlassen festhalten


(C) Stefan Rousseau, 2012, Bild: Wikipedia (Open Government Licence v1.0)

Nachdem der ägyptische Präsident Mursi die heftig kritisierten Dekrete in Kraft gesetzt hatte, nimmt der Protest im Land weiter zu. Mursi wird ein autoritärer Führungsstil vorgeworfen, doch von den Protesten gegen seine Aktionen zeigte er sich bislang eher unberührt.

Mittlerweile ist in den ägyptischen Auseinandersetzungen sogar ein Mensch ums Leben gekommen, hunderte wurden verletzt. Bei einem Treffen Mursis mit Mitgliedern des obersten Richterrates von Ägypten versicherte Mursi lediglich, dass er die Unabhängigkeit der Justiz respektieren werde, so teilte es ein Sprecher am vergangenen Montag mit.

Am heutigen Dienstag sollen weitere Proteste gegen die verkündeten Dekrete stattfinden. In einer Erklärung gab man seitens der Gegner und Aktivisten des Präsidenten zu verstehen, dass man am heutigen Dienstag weiter dafür demonstrieren wird, dass die umstrittenen Dekrete zurückgenommen werden.

Die Gegner Mursis werfen ihm die Untergrabung der Unabhängigkeit der ägyptischen Justiz vor, er führe sich auf eine ein Diktator. Seitens des ägypt. Verwaltungsgerichts teilte man mit, dass am 4. Dezember darüber entschieden werden soll, ob die jüngste Verfassungserklärung aus juristischen Gründen aufgehoben werden muss.

Dieser Punkt ist durchaus explosiv, denn Mursi hatte zuvor erklärt, dass seine Entscheidungen nicht von der Justiz in Zweifel gezogen werden dürfen. In ägyptischen Medien hieß es, dass der US-Präsident Barack Obama den ägyptischen Präsidenten Mursi dazu aufgefordert hätte, von seinem "konfrontierenden Kurs" abzulassen.

Seit Ausbruch der jüngsten Proteste sind nach Angaben des ägypt. Gesundheitsministeriums mehr als 400 Menschen verletzt worden. Bei einem Angriff auf ein Büro der Muslimbruderschaft wurde gar am vergangenen Montag ein 15-Jähriger getötet.

Quelle: ts.sf.tv - Bild: Wikipedia (symbolisch)

  
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