EU-Justizmission im Kosovo: EX-UCK Kommandeur Fatmir Limaj erneut in Haft


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Wegen dem vorgetragenen Vorwurf der Kriegsverbrechen wurde der ehemalige Kosovo-Kommandeur Fatmir Limaj und weitere drei Individuen in Haft genommen, so die EU-Justizkommission EULEX am vergangen Samstag in einer Erklärung.

Die Haftdauer sei bis zu einem anberaumten Prozess vorerst auf einen Monat festgelegt worden, teilte man mit. Dies aus dem Grund, da man eine mögliche Fluchtgefahr sehe und auch ggf. Beweise in den Straftatbeständen manipuliert werden könnten.

Limaj war ein ehemaliger Abgeordneter und zugleich auch stellvertretender Vorsitzender der regierenden Partei Kosovos PDK. Der angestrebte Prozess steht im Spektrum des sog. "Klecka-Falls".

Im Mai dieses Jahres waren die Angeklagten auf freien Fuß gekommen und vorerst vom Vorwurf der Ermordung und Folterung von albanischen sowie serbischen Zivilisten freigesprochen worden. Diese Taten sollen damals in einem Gefangenlager in dem kosovarischen Dorf Klecka praktiziert worden sein.

Der Vorfall geht dabei auf das Jahr 1999, inmitten des Kosovo-Krieges, zurück. Die angeklagten Personen waren im Mai von einem untergeordneten Gericht freigesprochen worden, heißt es. Der nun wieder in Haft genommene Fatmir Limaj war damals der Guerilla-Kommandeur der Kosovarischen Befreiungsarmee (UCK).

Dieser damalige Fall war speziell, da der ehem. Kosovo-Kommandeur der erste hochrangige gewesen war, der von den örtlichen Justizstrukturen im Zusammenhang mit Kriegsverbrechen angeklagt wurde.

Als Kronzeuge galt damals der ehem. Kämpfer der Kosovarischen Befreiungsarmee (UCK), Agim Zogaj. Dieser wurde jedoch im September 2011 tot in Deutschland aufgefunden. Nach den Angaben deutscher Behörden soll er angeblich "Selbstmord begangen haben", teilte man damals mit. (siehe auch dieser Bericht)

  
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