EuGH Urteil: Bahnkunden müssen über mögliche Verspätungen Informationen bekommen


(C) Stefan64, 2009, Bild: Wikipedia (nicht portiert) (CC BY-SA 2.5)

In einem aktuellen Entscheid des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) stellte man klar, dass europäische Bahnunternehmen ihre Kunden möglichst zeitnah über Anschlusszüge informieren müssen. Dies auch dann, wenn diese Züge von einem anderen Bahnanbieter betrieben werden.

Damit stellte man heraus, dass die Bahnunternehmen eine Pflicht dazu hätten über Ausfälle oder Verspätungen Aufklärung zu betreiben und gleichermaßen über die wichtigsten Verbindungen zu informieren, so das Gericht am vergangenen Donnerstag in Luxemburg.

Das Urteil zur entsprechenden Rechtssache kann unter "C-136/11" eingesehen werden. Die zur Aufklärung benötigten Informationen müssen demnach von den Betreiber(n) der Schienennetze zur Verfügung gestellt werden.

Mit Blick nach Deutschland, auf die Deutsche Bahn, welche in der Sparte Infrastruktur das deutsche Schienennetz betreibt, ist dieses Vorgehen bereit Praxis, so eine Sprecherin des Konzerns. In dem ergangenen Urteil des EuGH ging es um ein österreichisches Unternehmen, die Westbahn.

Das Unternehmen betreibt eine Verbindung zwischen der Stadt Salzburg und Wien und wollte seine Kunden über Anschlusszüge bei Verspätungen unterrichten, wenn dies Züge anderer Unternehmen betrifft.

Um dies umzusetzen, wollte die Westbahn die dafür benötigten Daten von dem Betreiber des Schienennetzes erhalten, der österreichischen ÖBB-Infrastruktur AG. Da diese jedoch die Herausgabe der Daten ablehnte, mit dem Hinweis, sich die Daten von den Bahnunternehmen zu besorgen, klagte man.

Mit dem aktuellen EuGH-Urteil zeigt sich nun also, dass die Netzbetreiber verpflichtet sind allen Anbietern Echtzeitdaten zu den Verspätungen der wichtigsten Anschlussverbindungen zur Verfügung zu stellen.

Bild-Quelle: Wikipedia (symbolisch)

  
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