Deutschen Bank: Für Anshu Jain wird nun Stephan Leithner verhört


(C) Thomas Wolf, 2012, Bild: Wikipedia (CC BY-SA 3.0)

In den ominösen Praktiken zur Manipulation des Libor-Referenzzinssatzes im Interbankengeschäft sollte der Co-Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bank, Anshu Jain, Ende November vor den Finanzausschuss des Deutschen Bundestags treten.

So war es eigentlich geplant. Doch nun heißt es in einem Artikel von "Spiegel", dass nicht Jain sondern sein Vorstandskollege Stephan Leithner zum Kreuzverhör antreten muss. Am 28. November dieses Jahres soll Stephan Leithner dem Finanzausschuss Rede und Antwort stehen, so ein Sprecher der Deutschen Bank.

Seit mehreren Monaten wird weltweit gegen verschiedene Großbanken in der Affäre um manipulierte Referenzzinssätze, in verschiedenen Ländern, ermittelt. Auch die Deutsche Bank ist dabei ins Visier geraten. Den Großbanken wird zur Last gelegt, dass diese den Libor und Euribor Referenzzinssatz zu ihren Gunsten manipuliert hätten.

Zweck dahinter war etwa, dass so die Refinanzierungskosten verschleiert werden konnten und auch Handelsgewinne eingestrichen wurden. Das Volumen der Finanztransaktionen, bezogen auf den Libor, beträgt etwa 500 Billionen Euro.

In den Verstrickungen der Deutschen Bank in den Skandal ermittelt bereits seit längerem auch die deutsche Finanzaufsicht BaFin. Bei diesen Prüfungen soll unter anderem festgestellt werden, ob die Deutsche Bank genug dafür getan hat, damit derartige Manipulationen verhindert würden.

Das nun Stephan Leithner, anstatt Anshu Jain ins Kreuzverhör geschickt wird, könnte eventuell auch damit zusammenhängen, dass Jain jahrelang zuvor selbst den betroffenen Bereich des Investmentbankings geführt hatte.

Bislang konnte seitens der Deutschen Bank selbst zur Affäre vernommen werden, dass man eine direkte Mitverantwortung an der Führungsspitze des Geldhauses verneinte. Vielmehr seien die Manipulationen das Werk einzelner Mitarbeiter gewesen.

Bild-Quelle: Wikipedia (symbolisch)

  
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