Konflikt in Nahost: Doch keine Waffenruhe zwischen Hamas und Israel am Dienstag


August 2012, Pentagon-Chef Leon Panetta besucht in Israel eine Iron Dome Abwehrbatterie bei Ashkelon und trifft Ehud Barak

Am Dienstagabend (20.11.2012) hieß es noch in den meisten Medienberichten, dass es wohl zu einer baldigen Waffenruhe zwischen Israel und Gaza/Hamas kommen wird. Nach aktuellen Einschätzungen scheint daraus am Dienstag wohl nichts mehr zu werden.

Es hieß zuvor, dass das entsprechende Abkommen "in trockenen Tüchern" sei. Doch am späten Abend teilte man nun seitens der Hamas mit, dass es wohl doch zu keiner Einigung gekommen sei. Man solle nun bis Mittwoch warten, so zumindest die aktuelle Erklärung.

Zuvor war die Rede von einer Verkündung der Waffenruhe um 20 Uhr mitteleuropäischer Zeit, ab 23 Uhr sollte sie dann in Kraft treten. In verschiedenen Medienberichten heißt es nun, dass Israel wohl nicht auf den Vorschlag der Hamas-Vertreter reagiert habe.

Deshalb würde die eigentlich anberaumte Waffenruhe verzögert werden. Neben Clinton bemühten sich am Dienstag Außenminister Guido Westerwelle und UN-Generalsekretär Ban Ki Moon in Nahost um eine Deeskalation. Zuvor hatte schon ein Sprecher des israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu mitgeteilt, dass es bisher keine Einigung gebe.

Entsprechende Hoffnungen hatte der ägyptische Präsident Mohammed Mursi ausgelöst, der zwischen beiden Seiten vermittelt. Laut palästinensischen Angaben sollen in Gaza bislang 130 Menschen, darunter 31 Kinder getötet worden sein.

Zuvor hatte auch der israelische Rundfunk spekuliert, dass die Waffenruhe voraussichtlich während des Israel-Besuchs von US-Außenministerin Hillary Clinton am späten Dienstagabend verkündet werden soll.

Am 29. Oktober 2012 berichtete man in der Online-Ausgabe der israelischen Haaretz, dass der US Armeechef Dempsey in Israel bei einer Zusammenkunft mit Ehud Barak über das israelische Raketenabwehrprogramm diskutiert habe.

In diesem Bericht hieß es Ende Oktober, dass der General der US Army, welcher seit dem 1. Oktober 2011 Vorsitzender der Joint Chiefs of Staff ist, Martin E. Dempsey, am vergangenen Montag (Ende Okt.) in Israel war, um die Thematik des Raketenabwehr-Drills zu diskutieren, welcher vor einer Woche begonnen hatte.

Dempsey wurde dabei im israelischen Verteidigungs-Hauptquartier von Tel Aviv empfangen. Neben Gesprächen mit seinem israelischen Amtskollegen Benny Gantz standen Treffen mit Staatschef Shimon Peres und Verteidigungsminister Ehud Barak auf dem Programm.

Nach einer Angabe von Baraks-Büro wurde gesagt, dass die beiden, Dempsey und Barak, über den wohl größten Drill seitens Israel/USA gesprochen hätten, der den Codenamen "Austere Challenge 12" trägt. In diesem "Drill" sollte unter anderem der Raketenbeschuss auf Israel simuliert werden, welcher möglicherweise aus dem Iran, Syrien, Libanon und auch dem Gaza-Streifen stattfinden wird.

Auf dem damaligen Treffen diskutierte man auch verschiedene Sicherheitsproblematiken in der Region. Bei dieser Zusammenkunft soll Barak gesagt haben, dass die sicherheitspolitischen Beziehungen zwischen Israel und den USA tiefer und auch stärker sind als die Jahre zuvor.

In dem Drill wurden etwa 3500 US-Soldaten mit einbezogen, etwa 1000 israelische Soldaten und der Rest der teilnehmenden Kräfte kam aus Europa und dem Mittelmeerraum. Die Kosten für diesen Drill wurden mit 30 Millionen US-Dollar auf der Seite der USA und mit etwa 8 Millionen US-Dollar auf der Seite Israels angegeben. Weitere Informationen dazu, bei der Quelle von Haaretz und in deutscher Sprache auch bei der "Berliner Umschau".

 

Bild-Quelle: flickr (symbolisch)

  
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