Polen: Möglicher Anschlag auf das polnische Parlament vereitelt


(C) Network.nt, 2007, Bild: Wikipedia (CC BY-SA 3.0)

Nach Angaben der polnischen Polizei und Staatsanwaltschaft soll wohl ein Bombenanschlag auf das Parlament von Polen vereitelt worden sein. Am Dienstag erklärte der polnische Ministerpräsident Donald Tusk dazu, dass man seitens der Polizei einen "radikalen Nationalisten mit Verbindungen zum norwegischen Attentäter Anders Behring Breivik verhaftet" hätte.

Der Mann ist bereits am 9. November festgenommen worden, im Rahmen der Ermittlungen wurden auch noch zwei weitere Tatverdächtige festgenommen, heißt es in Medienberichten. Demnach hätte diese Person, ein 45-Jähriger, wohl geplant, vor dem Parlament einen Sprengstoffanschlag durchzuführen.

Die anscheinend professionell vorbereitete Sprengstoffattacke ist durch Kräfte des Inlandgeheimdienstes ABW vereitelt worden. Für den Anschlag wollte der Tatverdächtige möglicherweise einen mit Sprengstoff beladenen Lastwagen in die Luft jagen, heißt es. Weiter sagte Tusk, dass der Mann seine Faszination für den norwegischen Breivik "nicht verfehlt" hätte.

Gerade diesen Punkt sollte man nicht außer Acht lassen, so Tusk. Ebenfalls solle eine "praktische Verbindung" zwischen der verhafteten männlichen Person und den rechtsextremen Anders Breivik bestanden haben.

Nach den offiziellen Angaben soll der Mann möglicherweise vorgehabt haben, dass er den Sprengstoffanschlag in Warschau zu einem Zeitpunkt durchführt, bei dem sich sowohl der Präsident als auch der polnische Regierungschef im Parlament aufgehalten hätten.

Zur Festnahme des polnischen Tatverdächtigen hat wohl auch beigetragen, dass man die Kontakte des norwegischen Massenmörders Anders Breivik in Ausland untersucht habe. So wurden polnische Ermittler auf den Mann aufmerksam, heißt es.

Tusk machte diesbezüglich klar, dass dieser abgewendete Vorfall eine klare Warnung für Polen sein sollte und auch eine Lektion für die Zukunft ist. Nach den Angaben der polnischen Staatsanwaltschaft soll der Mann wohl keiner politischen Gruppierung oder Partei angehören.

Der Mann hätte wohl als Wissenschaftler an der Universität von Krakau gearbeitet, teilte man weiter mit. Aus diesem Hintergrund heraus hätte er es ausgenutzt, um Material für den Anschlag zu sammeln. Der tatverdächtige 45-Jährige soll wohl ein "kleines Arsenal" an Waffen, Sprengstoffen und auch ferngesteuerten Zündern vorgehalten haben, heißt es von offizieller Seite.

Bei landesweiten Durchsuchungen seien Sprengstoff und auch anderes Material sichergestellt worden. Waffen, schusssichere Westen und Sturmhauben seien beschlagnahmt worden. Nach den weiteren Angaben der Staatsanwaltschaft soll der Mann aus „nationalistischen, antisemitischen und fremdenfeindlichen Motiven heraus“ gehandelt haben.

Der polnische Staatsanwalt Mariusz Krason sagte, dass der Mann, durch seine Tätigkeit an der Universität von Krakau, ein "Spezialist auf diesem Gebiet" gewesen sei. Der Mann soll angeblich eine Pistole in Polen und Belgien gekauft haben und auch Munition. Seitens der Ermittler wurden dazu, als Beweis, Fotos vorgelegt.

Darüber hinaus hätte man verschiedene deutsche und auch polnische KFZ-Schilder gefunden. Außerdem stellte man eine Videoaufnahme vor, welche, nach den Angaben der Staatsanwaltschaft, den Verdächtigen bei einem Sprengstofftest zeigen würde.

Seitens des Dekans der Universität von Krakau sagte man, dass man "äußerst überrascht sei", dass der dortig beschäftigte Tatverdächtige nun verhaftet wurde. Dazu sagte der Dekan weiter, dass es uns nie in den Sinn gekommen wäre, dass es hier jemanden geben könnte, der in so etwas verwickelt ist. Man hätte wohl keine "ungewöhnlichen" Dinge feststellen können, die mit der geplanten Tat in Verbindung stünden.

Erste Hinweise auf den Hauptverdächtigen habe es bereits im vergangenen Jahr gegeben. Seitdem habe der Mann unter Beobachtung gestanden. Verschiedene polnische Nachrichtenportale veröffentlichten am Dienstag Auszüge aus verfassten Texten, welche mutmaßlich von dem Festgenommenen stammen, in denen er die Europäische Union kritisierte und Polen als "totalitären Staat" darstellt.

Bild-Quelle: Wikipedia (zeigt das Parlament von Polen)

  
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