Pulverfass: Auch am Samstag erneut heftige Kampfhandlungen im Nahen Osten


(C) Al Jazeera English, Bild: flickr (nicht portiert) (CC BY-SA 2.0)

Auch am Samstag hat die israelische Luftwaffe die Angriffe auf den Gaza-Streifen fortgesetzt. Nach verschiedenen Medienberichten wurden dabei das Regierungsgebäude und auch das Gebäude des Polizeihauptstabs von Gaza-City zerstört.

Nur etwa einen Tag zuvor wurde in dem Regierungsgebäude der Palästinenser der ägyptische Regierungschef Hisham Kandil empfangen. Dieses Gebäude sei fast komplett zerstört worden, heißt es. Der US-Sender "Sky News" zeigte Bilder vom zerstörten und brennenden Gebäude.

Am vergangenen Freitag wurden etwa 200 Raketenangriffe auf das Gebiet von Gaza vollzogen, wobei elf Personen getötet wurden. Am Samstag kamen nach Angaben des palästinensischen Gesundheitsministeriums mind. sechs Personen im Gebiet um.

Seit Beginn der Operation stieg die Anzahl der getöteten auf 35 an. Auf der Seite Israels wurden seit Ausbruch der Kampfhandlungen drei Personen getötet, heißt es. Seit Beginn der Operation, am vergangenen Mittwoch, wurden von der israelischen Armee fast 600 Ziele ins Visier genommen und angegriffen.

Nach Angaben des israelischen Armeesprechers, Brigadegeneral Yoav Mordechai, wurden seit Mitternacht unter anderem 120 unterirdische Raketensilos der Hamas und 20 Schmuggler-Tunnels an der Grenze zu Ägypten beschossen.

Nach verschiedenen Augenzeugenberichten soll das Regierungsgebäude in Gaza um etwa 04:00 Uhr beschossen worden sein, von fünf oder sechs Geschossen war die Rede. Aus diesem Grund brach ein schwerer Brand in dem Gebäude aus.

Zuvor hatte die israelische Verteidigungsarmee bestätigt, dass auf der Liste der Ziele im Gaza-Streifen neben den Raketen und anderer militärischer Infrastruktur auch zwei Befehlshaber paramilitärischer Hamas-Formationen stehen. Seitens des israelischen Armeesprechers, Brigadegeneral Yoav Mordechai, hieß es außerdem, dass man sich auf eine mögliche Bodenoperation gefasst machen solle.

Derzeit gehen Militärbeobachter davon aus, dass die Wahrscheinlichkeit groß ist, dass eine solch groß angelegte Bodenoperation stattfinden könnte. Die Regierung Israels berechtigte die Armeeführung, bis zu 75 000 Reservisten einzuberufen.

Zuvor durfte die Armee 30 000 Reservisten mobil machen. Nach Angaben der Militärführung sind bereits 16 000 Reservisten einsatzbereit. International richten sich die Hoffnungen darauf, dass es dem ägyptischen Präsidenten Mohammed Mursi gelingt, auf die Konfliktparteien einzuwirken.

Die im Gazastreifen herrschende Hamas schwor „Rache für Tod und Schrecken, die die Besatzer über unsere Menschen bringen“. Offizielle diplomatische Beziehungen zwischen den USA und den Palästinensergebieten gibt es nicht.

Trotz eindringlicher Appelle zur Mäßigung gibt es bislang kein Zeichen für ein Ende der Gewalt. Israel will seine Offensive erst beenden, wenn die Hamas mit den Raketenbeschüssen aufhört, hieß es. UN-Generalsekretär Ban Ki Moon kündigte einen Besuch der Palästinensergebiete an.

Bild-Quelle: flickr (symbolisch)

  
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