Russland: Merkel äußert sich eher kritisch über Inhaftierung der Punkband


(C) Antonis Samaras, 2010, Moabit, Berlin, Bild: flickr (nicht portiert) (CC BY-SA 2.0)

Im Fall der Punkband Pussy Riot hat sich nun die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel eher kritisch über das verhängte Strafmaß geäußert. So meinte Merkel, dass ein Auftritt, wie ihn die Punkband getätigt hat, zwar auch in Deutschland für "gewisse Irritationen" gesorgt hätte, doch eine Strafe von zwei Jahren im Straflager hätte es in Deutschland wohl nicht gegeben.

Weiter sagte sie, dass nicht jede Kritik sofort als destruktiv angesehen werden darf. Auch fügte Merkel in ihren Äußerungen hinzu: "Unsere Freundschaft wird nicht besser, wenn wir alles unter den Teppich kehren und nicht darüber diskutieren".

Der nun wieder im Amt befindliche Präsident Putin kommentierte Merkels Äußerungen derart, dass man den vorliegenden Fall "insgesamt sehen müsste". Es habe auch antisemitische Handlungen der Band gegeben, sagte er. Dies könne man natürlich nicht dulden.

Putin forderte danach eine offene Diskussion über diese Thematik, ganz ohne Hassansatz. Gleichermaßen betonte Putin, dass es derzeit zwischen Deutschland und Russland keine "düsteren Zeiten" geben würde. Es würde eher ab und an zu verschiedenen "Meinungsverschiedenheiten" kommen, so der russische Staatsmann.

Doch nicht nur die Band war Thema, sondern auch verschiedene Punkte zur "Rechtsstaatlichkeit" in russischen Gefilden. So sagte die deutsche Bundeskanzlerin etwa, dass es in Russland eine ganze Reihe von Gesetzen geben würde, bei denen man nicht erkennen könne, "was daran die Meinungsfreiheit" stärke.

In Deutschland sei man es gewohnt auf Kritik einzugehen und dementsprechend zu reagieren. Merkel schob diesbezüglich nach: "Wenn ich da immer gleich eingeschnappt wäre, könnte ich keine drei Tage Bundeskanzlerin sein".

Quelle: Handelsblatt - Bild: flickr (symbolisch)

  
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