Konflikt im Nahen Osten: Israel zieht Reservisten zusammen, Bodenoffensive möglich


(C) Jim Greenhill, I: 2010, Bild: flickr (nicht portiert) (CC BY 2.0)

Israel plant wohl derzeit eine Bodenoffensive gegen den Gazastreifen. Eigentlich hatte man eine kurze Waffenruhe vereinbart, doch einige Personen scheinen sich auf palästinensischer Seite nicht daran halten zu wollen.

Man schoss erneut zahlreiche Raketen auf den Süden von Israel ab, so zumindest die offiziellen Angaben der israelischen Armee. Seitens der israelischen Luftwaffe beschoss man danach u.a. das Haus des Hamas-Kommandeurs. Grund für die vereinbarte Waffenruhe war der Besuch des ägyptischen Ministerpräsidenten Hischam Kandil.

Dieser reiste mit seiner Delegation in den Gazastreifen, um hier ausloten zu können, in wie fern es realistisch ist einen dauerhaften Waffenstillstand durchzusetzen. Aus palästinensischen Sicherheitskreisen und von Medizinern wurde berichtet, Israel habe eine Gruppe von Zivilisten in der Region Nasila angegriffen, zwei Palästinenser seien getötet worden.

Ebenfalls kann aus Medienberichten entnommen werden, dass Israel wohl um die 16.000 Reservisten einberufen bzw. damit am Freitag begonnen hat. Dies sei ein Teil des Einsatzes "Pfeiler der Verteidigung", um so gegen die radikal-islamische Hamas im Gaza-Streifen vorzugehen, heißt es.

Bereits vor gut vier Jahren gab es, ebenfalls kurze Zeit vor den israelischen Parlamentswahlen, eine Militäroffensive im Gazastreifen, die damals unter dem Namen "Gegossenes Blei" bekannt wurde. Damals starben etwa 1300 Palästinenser, auf der israelischen Seite konnten damals 13 Tote beklagt werden.

Ausgangspunkt der jüngsten Eskalation war die Tötung des Militärchefs der Hamas, durch die israelische Armee am Mittwoch. Im aktuellen Konflikt starben auf beiden Seiten insgesamt 22 Menschen, weit mehr als hundert Menschen wurden verletzt. Der Beschuss vom Gazastreifen aus, auf Israel, wurde von Premier Benjamin Netanjahu als "Vorlage" dankbar angenommen, kam diese Provokation doch gerade zur rechten Zeit.

Bild-Quelle: flickr (symbolisch)

  
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