Europäische Union macht 5 Milliarden Euro für Ägypten locker


Flagge von Ägypten

Die Europäische Union hat nun beschlossen dem Land Ägypten fünf Milliarden Euro als finanzielle Hilfe zukommen lassen. Grund dafür ist unter anderem, damit man so angeblich der ägyptischen Wirtschaft helfen könne.

Nach einem Treffen mit der EU-Außenbeauftragten Catherine Ashton und dem ägyptischen Staatschef Mohammed Mursi soll es zu einer entsprechenden Einigung gekommen sein, heißt es nach offiziellen Angaben.

Aufgeteilt werden solle die Gesamthilfszahlung auf die Europäische Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (EBRD) und die Europäische Investitionsbank (EIB), welche jeweils zwei Milliarden Euro beisteuern. Die restlichen eine Milliarde Euro werden die EU-Länder besteuern müssen.

Nachdem der ägyptische Präsident Husni Mubarak im letzten Jahr gestürzt worden war, knickte im Zuge der im Land vorherrschenden Irritationen die Wirtschaftsleistung ein, auch der wichtige Bereich des Tourismus litt und den Umständen. Die Tourismusbranche gilt als eine der stützenden Einnahmequellen für das Land. Ebenfalls hatten sich auch verschiedene ausländische Investoren aus Ägypten zurückgezogen.

Catherine Ashton ist eine britische Politikerin der Labour Party, welche in ihrer Heimat auch Mitglied des Oberhauses, dem sog. "House of Lords", ist. Ebenfalls ist sie Mitglied des "Privy Council" (Her Majesty’s Most Honourable Privy Council; deutsch: Kronrat oder Geheimer Kronrat). Diese Ämter ruhen jedoch, während sie ihr Mandat für die Europäische Union wahrnimmt. Seit dem Jahr 2009 ist Ashton „Hohe Vertreterin der EU für Außen- und Sicherheitspolitik“ und „Erste Vizepräsidentin der Europäischen Kommission“ (Position innerhalb des Institutionengefüges der Europäischen Union).

Mohammed Mursi ist seit dem 30. Juni 2012 der eingesetzte Staatspräsident der Arabischen Republik Ägypten. Bis dahin war er der Vorsitzende der sog. "Freiheits- und Gerechtigkeitspartei", eine politische Partei in Ägypten, welche durch die Muslimbruderschaft (sunnitisch-fundamentalistisch) nach der 2011 stattgefundenen Revolution gegründet worden war.

Die Muslimbruderschaft ist die älteste und zugleich auch einflussreichste islamisch-fundamentalistische Bewegung. Ursprung dieser war Ägypten, deshalb ist sie im Schwerpunkt auch in den Ländern des Nahen Ostens und Nordafrikas vertreten. Heute agierte die MB aber auch weltweit.

Die Muslimbruderschaft ist eine radikale und totalitäre Organisation, extrem straff organisiert und die ideologische Keimzelle fast aller islamischen Terrororganisationen. Im Ursprung lag ihr Ziel darin, dass man Regierungen in islamischen Ländern stürzen wollte, welche als eher "unislamisch gelten/galten" - in deren Auffassung also "ungläubig" sind.

Grundkern der Anstrengungen ist eine Wiedererrichtung des Kalifats, also eines islamischen Gottesstaates in dem es generell keine Trennung zwischen Staat und Religion gibt, sondern gleichsamt das islamische "Gottesgesetz" der Scharia gilt, welche zugleich auch das staatliche Gesetz ist.

Die derzeit noch eher freiheitlich gesinnten Demokratien in den westlichen Ländern sind dabei ebenfalls ein Dorn im Auge, denn nach der Ideologie müssen auch jene Ungläubigen vernichtet werden. In Deutschland werden die sogenannten Muslimbrüder ebenfalls vom Verfassungsschutz beobachtet.

Ein wenig "seltsam" ist jedoch, dass nach dem Sturz des ägyptischen Diktators Mubarak, am 11.2.2011, oder vielmehr seit den bisherigen Gesamtumbrüchen in der arabischen Welt, die Muslimbruderschaft (MB) in den westlichen Medien eher als eine "normale" politisch-religiöse Oppositionsgruppe angesehen wird. Diese sei nun direkt in den erhofften "Demokratisierungsprozessen" in der arabischen Welt eingebunden, so die "Medien". Weitere Details zum Hintergrund der Muslimbruderschaft in diesem Dokument.

 

Quelle: N-TV

  
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