NSU Terror: Friedrich, es gab kein Systemversagen


(C) Henning Schacht, 2011, Bild: Wikipedia (CC BY-SA 3.0)

Der deutsche Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich ist der Meinung, dass es bei den "Pannen" im Fall des NSU (Nationalsozialistischer Untergrund) zu keinem Systemversagen gekommen ist. Das kann natürlich so unterstrichen werden, es hat alles wunderbar geklappt. Behörden schredderten massig Aktenmaterial, über drei Ecken wird Sprengstoff geliefert, Geld für gefälschte Pässe gab es und andere unappetitliche "Dinge" sind ohne größere Probleme abgelaufen.

Doch nun müsse man in die Zukunft blicken. Im Internet würde erhebliches Potential liegen, wo mögliche neue Terroristen "gezüchtet" würden. Laut Friedrich muss mit der Bildung von weiteren terroristischen Gruppierungen im rechtsextremen Bereich gerechnet werden. Das Internet würde zur Radikalisierung und Mitgliedergewinnung dienen.

Deshalb müsse nun Ziel für die Zukunft sein, dass sich die Polizei und Verfassungsschutzbehörden "besser" verzahnen und vernetzen. Für die Schaffung einer Großbehörde, etwa die Zusammenlegung von Verfassungsschutzämtern, sprach sich Friedrich allerdings dagegen aus, derzeit.

Im Fall der Zwickauer-NSU-Terrorzelle, um Zschäpe, Mundlos, Böhnhardt, sagte der deutsche Innenminister, dass es wohl eine falsche Einschätzung des rechtsextremistischen Gewaltpotenzials und dessen Übergreifen in den Terrorismus gegeben habe.

Anhand der bisher bekannten Informationslage kann diese Auffassung Friedrichs geradezu als grotesk angesehen werden. Leider wurden die wohl wichtigsten Bestandteile des Puzzles mutwillig vernichtet. Ein gesunder Menschenverstand kann sich aber denken, was dort wohl drin gestanden haben muss.

Quelle: Handelsblatt - Bild: Wikipedia (symbolisch)

  
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