Demokratische Staaten verlangen immer häufiger Nutzerdaten von Google


(C) chriscorneschi, 2012, Bild: flickr (nicht portiert) (CC BY-SA 2.0)

Google zeigte sich zuletzt deutlich besorgt, weil immer mehr Anfragen von staatlichen Stellen und Strafverfolgungsbehörden an den Konzern gestellt werden, welche eine Übergabe von Nutzerdaten verlangten. Alleine im ersten Halbjahr dieses Jahres (2012) stieg die Anzahl der Verfügungen extrem an.

Weltweit konnte Google rund 21.000 Fälle registrieren, wie aus dem aktuellen "Transparenz-Bericht" hervorgeht. Im Vergleich dazu, im ersten Halbjahr des Jahres 2011 lag die Zahl noch bei etwa 16.000. Die meisten Verfügungen kamen aus den Vereinigten-Staaten, mit 7969 Stück.

Gleich dahinter reiht sich Indien ein, hier wurden 2319 Anfragen gestellt. Deutschland liegt hierbei sogar noch vor Großbritannien, nämlich auf dem 5. Platz. Hier hat man seitens Google 1533 Fälle registriert.

Der Leiter des Transparenz-Büros in Europa, William Echikson, merkte zu dieser massiven Anfrageflut an, dass die Zahlen durchaus als besorgniserregend eingeschätzt werden können. Dabei betonte er, dass diese Anfrageflut nicht etwa von Terrorstaaten oder ähnliche Gebilde herrühren würde, "Wir reden hier von demokratischen Staaten", so William Echikson, der Leiter des Transparenz-Büros von Google in Brüssel.

Insgesamt habe man außerdem feststellen müssen, dass die benannten Staaten sich auf der einen Seite für den Datenschutz bei Unternehmen aussprechen würden, auf der anderen Seite jedoch selbst immer häufiger Einblicke in die Daten der Bürger verlangten.

Doch nicht nur die Datensammelwut der Staaten wurde angesprochen, die sich in den explodierenden Verfügungen wiederspiegelte. Auch die Steigerungsrate bei Löschungen stieß eher übel auf. Im ersten Halbjahr 2012 stieg die Anzahl der Löschungsanforderungen an Google sogar noch mehr an, als die Datenherausgabe-Verfügungen.

Noch im Jahr 2009 bewegte sich die Zahl der Aufforderungen, bestimmte Inhalte aus der Suchmaschine zu entfernen, noch bei etwa 1000 Fällen pro Halbjahr. In 2012 stieg im ersten Halbjahr diese Zahl nun auf 1791 Fälle an.

Quelle: Heise - Bild: flickr (symbolisch für "Google")

  
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