Aufschub: Keine Einigkeit zwischen Lagarde und Schäuble


(C) Euku, 2012, Bild: Wikipedia (nicht portiert) (CC BY-SA 2.5)

Der Streit zum Schuldenabbau in Griechenland scheint noch nicht ausgestanden zu sein. Der deutsche Finanzminister Schäuble will den Griechen wohl mehr Zeit einräumen, damit diese ihren Schuldenabbau besser angehen können. Begründet wird dies mit der schwächeren Weltwirtschaft und auch der in Griechenland vorherrschenden Rezession.

Eine klare Linie scheint es bei den internationalen Geldgebern also nicht zu geben. Die Chefin des IWF, Christine Lagarde, ist für die strikte Einhaltung der bisherigen Frist, Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble will die Abmachung hingegen lockern.

Auf einem am Dienstag stattfindenden Treffen der EU-Finanzminister in Brüssel sagte Schäuble, dass es möglicherweise der Fall sein könnte, dass der Zeitpunkt, wann Griechenland wieder seinen Schuldenstand auf ein einigermaßen erträgliches Maß von 120 Prozent bringen wird, ggf. nicht eingehalten werden kann, O-Ton: "...möglicherweise in 2020 noch ein wenig zu ehrgeizig ist".

Eigentlich war man zuvor fest davon ausgegangen, dass maximal 2020 endlich das Ziel erreicht werden kann. Doch Schäuble scheint auf einer Linie mit dem EU-Gruppenchef Juncker zu sein. In der Nacht auf Dienstag sagte Juncker, dass das anberaumte Ziel von 120 Prozent wohl erst 2022 erreicht werden solle.

Genau dieser Punkt löste nun aber Streit zwischen den Geldgebern aus. Die IWF-Chefin Lagarde besteht weiterhin auf die Abmachung 2020, heißt es in einem Bericht der „Financial-Times-Deutschland“. Zuletzt wurde den Griechen zwei Jahre mehr Zeit für die Reduzierung des Defizits gegeben, nun bis 2016.

Dadurch wird jedoch eine Finanzlücke von etwa 33 Milliarden Euro entstehen. Bislang ist noch nicht klar, wie man diese schließen will. Ein Schuldenerlass für Griechenland, auch ein in Teilen, wird von deutscher Seite aus abgelehnt.

Quelle: FTD - Bild: Wikipedia (symbolisch)

  
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