Untergang der Maya: Auch klimatische Veränderungen trugen dazu bei


(C) Jan Harenburg, 2008, Bild: Wikipedia (CC BY 3.0)

Nicht nur kriegerische Auseinandersetzungen haben wohl zum Niedergang der Maya beigetragen. Forscher haben nun im Magazin "Science" auch einen lang gehegten Verdacht nachweisen können, dass ebenfalls gewisse klimatische Veränderungen dazu beitrugen, dass das Maya-Reich zusammenbrach.

An den Forschungsarbeiten war unter anderem Douglas Kennett von der Pennsylvania State University beteiligt. Hier zeichnete man das Bild, dass der Untergang des Maya-Reiches langsam und stetig vonstattenging. Dazu mit beigetragen haben auch immer neue Dürreperioden, welche im Gesamtspektrum gesehen eine zusätzliche Schwächung auslösten.

Mit einbezogen in diese Studie wurden auch Kalkablagerungen von Tropfsteinsäulen. Diese Untersuchungen fanden in der sog. Yok-Balum-Höhle statt, welche im Gebiet Belizes liegt. Bei den Untersuchungen der Kalkablagerungen stellten die Forscher verschiedene Sauerstoff-Isotope fest, die mit speziellen Methoden rekonstruiert wurden. Mit dieser Methodik konnte man den damaligen Niederschlag in den Jahren zwischen 300 und 1100 C.E. (C.E. - Common Era; "nach unserer Zeitrechnung") rekonstruieren.

Aus den gewonnen Daten des Gesteins (Sauerstoff-Isotope) wurde eine sog. "Zeitkarte des Regens" erstellt. Diese nutzte man dafür, um aus den hinterlassenen Schriften der Maya einen Vergleich anzustellen und so eine direkte Verbindung zum Zustand der Kultur mit meteorologischen Umständen zu zeichnen. In der Studie stellte man fest, dass die damalige Maya-Kultur besonders zwischen 400-600 unserer Zeitrechnung gedieh. In Bezug zu den klimatischen Situationen dieser Zeit stellte man fest, dass sich die Menschen damals über viele Regenfälle freuen konnten.

Doch dieser Zustand sollte nicht ewig währen. Es folgten im Zuge natürlicher Klimaschwankungen deutlich trockenere Jahre, woraufhin die Agrarproduktion ins Stocken geriet. Durch die Rodung von Waldflächen ist dieser Effekt dabei noch verstärkt worden. Eine besonders starke Dürreperiode schlug in den Jahren zwischen 1020-1100 nach Christus ein. Die bereits damals auseinanderdriftende Maya-Kultur soll durch diese neuerliche Klimaschwankung vollends zerbrochen sein, die Gesellschaft zog sich aus der Zentralisierung zurück und wurde in die äußere Breite getragen, woraufhin sich verschiedene Kleinstaaten bildeten. Dies war das Ende des damaligen Maya-Reiches.

Bereits vor einiger Zeit führten Wissenschaftler der NASA Simulationen durch, welche bekräftigten, dass die klimatischen Schwankungen von damals durch die Rodung von Wäldern verstärkt wurden. Dadurch kam es zur deutlich stärkeren Ausprägung von Dürreperioden. Die Maya waren für etwa 1200 Jahre die dominierende Kultur in Mittelamerika. Am Höhepunkt dieser Ausprägung hatten ihre Städte mehr als 10.000 Einwohner. Der stetige Untergang der Maya-Kultur ist nach Ansicht des Archäologen Robert Griffin ein hausgemachtes Problem.

Irgendwann trieben es die Maya mit der Abholzung und Zerstörung ihrer Landschaft so weit, dass der bereits negativ vorherrschende Effekt der damaligen Klimaschwankung deutlich verstärkt wurde. Dies hing vor allem damit zusammen, da die Maya versuchten, die stetig ertragsärmere Landwirtschaft, durch eine Ausdehnung der Agrarflächen, zu kompensieren. Dafür wurden weitere Baumbestände geopfert, um so mehr Agrarboden zur Verfügung zu haben. Die Maya zerstörten darüber hinaus große Bereiche ihrer Böden durch Übernutzung.

Doch das war nicht der einzige Grund, dem immer mehr Waldfläche zum Opfer fiel. Gleichzeitig wurde auch massiv abgeholzt, um so die Lehmziegel für Pflaster und Gebäude brennen zu können. Nach den damaligen Simulationsberechnungen der NASA stellte sich heraus, dass in einem Fall des Verlustes aller Bäume in der Region die Temperaturen um drei bis fünf Grad anstiegen. Gleichzeitig verursachte dies, nach den Simulationsberechnungen, eine 20-30-prozentige Reduktion der Niederschläge.

Es sollte jedoch bedacht werden, dass nicht nur die Verstärkung der natürlichen Klimaschwankungen in dem Gebiet zur Zerstörung des Maya-Reiches führten. Es ist vielmehr eine Kombination mehrerer Dinge. Die klimatischen Veränderungen, welche durch die massive Entwaldung verstärkt wurden, soziale Unruhen, Kriege, Hunger und Krankheiten gehören ebenfalls ins Spektrum des damaligen Untergangs der Maya mit hinein.

Development and Disintegration of Maya Political Systems -
in Response to Climate Change

Der Untergang der Maya (kurz)

Maya selbst schuld in ihrem Untergang?

Maya-Untergang: Resultat eines tödlichen Zweikampfs

Der Untergang der Maya
Ende des 7. Jh. – Mitte des 9. Jh.

 

Bild-Quelle: Wikipedia (symbolisch)

  
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