Zensur in Russland: Wer Proxys und Co. nutzt, der bekommt Ärger


(C) Vladimir Fedorenko, Image: 98400, RIA Novosti, 2004, Bild: Wikipedia (CC BY-SA 3.0)

Die zuletzt wahrgenommenen Bestrebungen in Russland, das Internet drastisch zensieren zu wollen, lassen an eher unappetitliche Zeiten in jenen Gefilden erinnern. Damit sich einige Personen nicht alternativ über das Weltgeschehen informieren können, sondern nur das vorgekochte Süppchen aus der KGB-Küche konsumieren, soll auch die Umgehung der Zensur-Gesetze verhindert werden.

Seitens der "Reporter ohne Grenzen" wird berichtet, dass auch etwa Anonymisierungsdienste, Proxy-Server und die sog. VPNs (Virtual Private Networks) kriminalisiert werden sollen. Wer derartige Dienste nutzt, dem soll der Internetanschluss abgeklemmt werden und zudem drohen drastische Geldstrafen, heißt es.

Bereits in der vergangenen Woche konnte man vernehmen, dass Russland auf alte-neue Pfade eingeschwenkt ist, was die allgemeine Zensur angeht. Unter dem Internetauftritt zapret-info.gov.ru können Personen nachgucken, ob eine bestimmte Domain, URL oder IP-Adresse auf der Sperrliste steht.

Offiziell heißt es, dass mit diesen neuen Kontroll- und Zensurgesetzen gegen Kinderpornographie und Drogen vorgegangen werden soll. Mit dem neuen Zensurwerkzeugkasten sollen etwa Maßnahmen wie Deep Packet Inspection (DPI) zur Anwendung kommen, womit neben der generellen Zensur auch noch eine Überwachung dazukommt - eine direkte Anbindung an den Geheimdienst inklusive.

Alle Daten die nach Russland rein oder raus gehen werden über den FSB-Rechnerverbund (KGB, heute FSB) SORM geschickt und gespeichert. Seit dem Jahr 2000 ist jeder russische Internetprovider verpflichtet, dass die Daten an SORM geliefert werden.

Bild-Quelle: Wikipedia (symbolisch, zeigt: "FSB-Eingang in Moskau")

  
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