Australien: Urteil gegen Standard and Poors


(C) Funky Tee, 2009, Bild: flickr (nicht portiert) (CC BY-SA 2.0)

Die sogenannten Ratingagenturen haben bereits in der Vergangenheit für so manche Überraschung gesorgt, gleichermaßen aber auch für Kritik. Nun scheint ein Gerichtsurteil gefällt worden zu sein, welches es in sich haben könnte.

Ein australisches Bundesgericht verurteilte nämlich S&P (sog. Kredit-Ratingagentur) zu Schadensersatzzahlung, da man seitens der US-Ratingagentur komplexe Derivate als "sichere Anlage" bewertet hatte. Dieses Urteil könnte dabei durchaus auch bis nach Europa durchschlagen, meinen Experten.

Bei diesem Fall ging es um recht komplizierte Finanzprodukte, welche mit der Bestnote AAA bewertet wurden, was bedeutet, dass es eine sichere Anlage sei. Nach Informationen der australischen Zeitung "The Australian" hat das Gericht nun für Recht erkannt, dass die Ratingagentur Standard & Poor's Schadensersatz zahlen muss. Zuletzt konnte von der Seite S&P zu dem ergangenen Urteil vernommen werden, dass man in Berufung gehen wird, um so das Urteil anzufechten.

Damals hatten 13 australische Gemeinden und Städte Derivate gekauft, welche eigentlich als sicher eingestuft worden waren. Währen der grassierenden Finanzkrise hatte man so einen Verlust von etwa 16 Millionen AUD (Australische Dollar) einfahren müssen.

Seitens einer Anwältin, welche die Städte und Gemeinden vertrat, sagte man nach der Urteilsverkündung, dass das Urteil "weitreichende Wirkung" haben würde, die Ratingagenturen könnten sich in Zukunft nicht mehr hinter ihren konstruierten Haftungsausschlüssen verstecken.

Quelle: FR - Bild: flickr (symbolisch)

  
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