Ökostrom aus der Wüste: Desertec wird weiter vorangetrieben


(C) USA.Gov - BLM - BUREAU OF LAND MANAGEMENT, 2003, Bild: Wikipedia (gemeinfrei)

Wird es schon bald möglich sein Strom aus Nordafrika nach Europa zu transportieren? Mit dem Wüstenstromprojekt "Desertec" soll dies möglich werden, zumindest aus theoretischer Sicht heraus. Nun haben mehrere Länder der EU angekündigt, dass man mit dem Land Marokko ein Abkommen schließen werde.

Nach Informationen der Süddeutschen-Zeitung will die deutsche Bundesregierung, zusammen mit vier anderen Ländern der EU, das Wüstenstrom-Projekt Desertec weiter vorantreiben. Dafür wurden nun Gespräche zwischen Spanien, Deutschland, Italien, Frankreich und Marokko aufgenommen, wie es heißt.

Zu den möglichen Kosten für den Bau der Wüstenstrom-Solaranlag gab man an, dass wohl mit etwa 600 Millionen Euro zu rechnen sein wird. Ziel ist es, dass man so Strom aus Sonnenenergie nach Europa importieren könnte.

Im Jahr 2011 fand im Zuge des "Arabischen Frühlings" eine politische Neuausrichtung in Marokko statt, wobei König Muhammad VI. einen Teil seiner bisherigen Rechte abgegeben hatte. Am 25. November 2011 fanden vorgezogene Parlamentswahlen statt, bei denen die gemäßigt islamistische Partei für Gerechtigkeit und Entwicklung (PJD) gewann.

Im ersten Halbjahr 2013 soll es wohl zu einem Regierungsabkommen kommen, möglicherweise werden hier auch noch weitere Länder folgen, heißte es bei der Süddeutschen. Seitens des marokkanischen Industrieministers bestätigte man Pläne, wonach ein internationales Abkommen geplant sei.

Bei DESERTEC handelt es sich um ein Konzept zur Erzeugung von Ökostrom an den energiereichsten Standorten der Erde und dessen Übertragung zu den Verbrauchszentren durch Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragung (HGÜ).

Hierbei sollen alle Arten von erneuerbaren Energien mit einbezogen werden, jedoch spielen die sonnenreichen Wüsten eine wichtige Rolle in dem Gesamtvorhaben. Kritiker des Projekts sehen eine Zentralisierung und Monopolisierung.

  
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