Schnöggersburg: Europas größtes Übungszentrum für Aufruhrbekämpfung


(C) Bundeswehr-Fotos, 2010, Bild: Wikipedia (nicht portiert) (CC BY 2.0)

Haben Sie schon mal etwas von einem GÜZ gehört? Nein, mit Autos hat das nichts zu tun. Es handelt sich dabei um ein sogenanntes "Gefechtsübungszentrum" (GefÜbZ). Auch die Deutsche Bundeswehr hat solche. Für die Zukunft ist in der Colbitz-Letzlinger-Heide ein "richtig fettes Projekt" geplant, denn von 2012 bis 2017 soll die sechs Quadratkilometer große Stadtkulisse „Schnöggersburg“ errichtet werden. Bisher ist davon noch nicht so viel zu sehen. Doch auf dem Gelände ist das wohl größte "Übungszentrum für Aufruhr-Bekämpfung" in Europa geplant.

Auf dem Übungsgelände sollen Soldaten für Krisen- als auch Kriegseinsätze vorbereitet werden. Dazu sollte angemerkt werden, dass es in Deutschland auch schon andere, fertige "Gelände" gibt, wo man derartige Häuserkampfszenarien und Co. einstudiert.

Bei der geplanten Stadtkulisse "Schnöggersburg" soll es sich um ein etwa sechs Quadratkilometer großes Gelände handeln. Dort sollen später mehr als 500 Gebäude verschiedenster Art, Straßen, Industrieanlagen (Fabriken) und sogar ein kleiner Flugplatz entstehen.

Die geplante Aufteilung der Stadtkulisse soll wohl in eine Industriestadt, Neustadt und Altstadt erfolgen. Auch ein Elendsviertel sei geplant. Die Stadtkulisse wird dazu ebenfalls über Standardgebäude wie etwa Bahnhof, Krankenhaus oder auch Wohnhäuser verfügen. Im Bereich Verkehr wird es wohl ein Autobahnstück, eine U-Bahn und auch eine Flughafen-Landebahn geben.

Generelle Gedankengrundlage für den Bau war anscheinend die Erkenntnis, dass Aufstände wie auch Unruhen in dicht besiedelten Gebieten eintreten könnten. Derartige Szenarien will man einüben, um so ggf. eingreifen zu können.

Da könnte man durchaus "WOW" zu sagen, zumindest auf dem ersten Gedanken. Doch wenn man sich das dortig geplante Bild einmal näher im Kopf vorstellt, kommt man relativ schnell auf den folgenden Gedanken: "Hört sich schon mal nicht nach Afghanistan an". Das Ganze hört sich aber schon eher nach europäischen Städten an (Stichwort: Industriestadt) oder nicht? In der Beschreibung bei Wikipedia heißt es ja auch relativ deutlich: Europas größtes „Übungszentrum für Aufruhrbekämpfung“.

Na, klingelts? In den allgemeinen Planungen scheint man also "diverse Pläne" in der Schublade zu haben, deren Thematik auch die Aufruhrbekämpfung ist. Wo das Ganze genau „spielen wird“, kann natürlich nur spekuliert werden. Seitens des deutschen Oberstleutnants Peter Markowski hat man aber schon interessante Aussagen getroffen. So wurde etwa gesagt, dass Soldaten üben sollen, wie sie sich zwischen der Zivilbevölkerung bewegen müssten und gleichzeitig auch mit einem möglichen Gegner (Gruppen) zurechtkommen.

Zu den Kosten von "Schnöggersburg" ist bekannt, dass die Übungsstadt etwa 100 Millionen Euro kosten wird. Seitens Jörg Jankowsky, vom Wehrbereichskommando Ost, gab man zu diesem Projekt an, dass nicht nur deutsche Soldaten, sondern auch ausländische Individuen in „Schnöggersburg“ für Einsätze üben werden. An etwa 240 Tagen im Jahr könnte man so "den Ernstfall" proben und sich für Einsätze in „Krisengebieten“ vorbereiten. Maximal könnten an diesen Übungen etwa 1500 Soldaten teilnehmen, heißt es.

Man kann also gespannt darauf sein, was in der Zukunft noch alles über "Schnöggersburg" und Europas größtes „Übungszentrum für Aufruhrbekämpfung“ zu lesen/hören sein wird.

Verweise:

Recentr: Aufmarsch in “Schnöggersburg”

Wikipedia: Colbitz-Letzlinger Heide

Wikipedia: Gefechtsübungszentrum Heer

Literatur: Der Kampf im bebauten Gelände

Literatur: Vorsicht Bürgerkrieg!: Was lange gärt, wird endlich Wut

 

Bild-Quelle: Wikipedia (symbolisch)

  
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