China: Der Staatschef und das liebe Geld


(C) Philip Jägenstedt, 2006, Bild: flickr (nicht portiert) (CC BY 2.0)

Nach den Recherchen der New York Times sollen die direkten Angehörigen vom chinesischen Staatschef Wen Jiabao (Jahrgang: 1942; seit 2003 Premier des Staatsrates) extrem reich sein. Man titelt gar, dass sie zu den "reichsten Menschen der Welt zählen" würden. Nachdem dieser Bericht der NYT online gestellt wurde, wurde die Webseite der Zeitung von China gesperrt.

In dem veröffentlichten Artikel heißt es, dass die Familie von Jiabao ein Vermögen von etwa 2,1 Milliarden Euro angehäuft haben soll. Doch woher hat die Zeitung diese Zahlen? Offiziell heißt es, dass man verschiedene Unternehmensdaten einer Analyse unterzogen hätte, außerdem seien auch öffentliche Angaben mit in die Berechnung eingeflossen.

Eigentlich propagiert man in China ja eher das Gegenteil, es sollten eher alle sozialistisch gleich arm sein – ausgenommen einige verbandelte Unternehmer/Funktionäre. Und selbst deren Reichtum ist sozusagen nicht deren Eigen und kann ggf. über Nacht enteignet werden, wenn man etwa schlecht über „die Partei“ spricht.

Bereits in der DDR oder in ähnlichen Gebilden konnte immer wieder festgestellt werden, dass sich jene Individuen an der Spitze durchaus mit ordentlichen Summen und anderen Annehmlichkeiten mästeten. Nach den durchgeführten Recherchen der New York Times sollen die Familienangehörigen von Jiabao eine "spezielle Leidenschaft" für recht aggressive Geschäftsabschlüsse gehegt haben.

Der Reichtum des Jiabao-Familienkonstrukts sei demnach über eine recht kompliziert aufgebaute Unternehmensstruktur gescheffelt worden, welche untereinander sogar mehrfach verschachtelt sei. Mit diesem Vorgehen wollte man wohl die vorhandene Eigentümerstruktur geschickt verschleiern. Dafür wurden etwa Freunde, Arbeitskollegen und Geschäftspartner als Strohmänner bei den jeweiligen Unternehmen eingesetzt.

Weitere Informationen zu dem Skandal in China, erhalten Sie im Artikel "Familie von Wen Jiabao scheffelt Milliarden", unter der kenntlich gemachten Quelle von FTD.

Quelle: FTD - Bild: flickr (symbolisch)

  
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