UK: Negative Studienergebnisse zu Medikamenten werden oft nicht veröffentlicht


(C) AJ Cann / AJC1, 2011, Bild: flickr (nicht portiert) (CC BY-SA 2.0)

Bei der englischen "Daily Mail" geht man nun auf ein interessantes Thema ein. Hierbei geht es um die Ergebnisse klinischer Studien von Pharmaunternehmen. Durch die Unterdrückung von eher negativen Studienergebnissen setze man die Patienten bewusst einem erhöhten Risiko aus, heißt es.

In dem Artikel kommt auch Dr. Sarah Wollaston (UK/Tory-Partei) zu Wort. Diese meint, dass Pharmaunternehmen speziell bei negativen Studienergebnissen so handeln würden, dass sie über die Wirksamkeit und Nebenwirkungen ihrer Medikamente nicht immer im vollen Umfang aufklären. Wollaston unterstützt dabei eine aktuelle Kampagne zur Änderung des Gesetzes, damit solche Studien, egal ob diese negativ oder positiv ausgefallen sind, generell veröffentlicht werden müssen.

Dadurch könnte die NHS (UK/National Health Service) Millionen im Jahr einsparen, weil den Patienten dann keine Medikamente mehr verschrieben würden, welche eigentlich gar nicht so effektiv sind, wie eigentlich behauptet wird. Dabei prangert Dr. Wollaston speziell an, dass immer öfters Daten in den Studien fehlen würden und so kein komplettes Datenmaterial vorliegt, dadurch würden die Ergebnisse verfälscht werden und ein anderes Licht auf diese werfen.

Dr. Wollaston war dabei schon in der Vergangenheit recht aktiv, was die Studiendaten der Pharmaunternehmen angeht. Damals prangerte sie bspw. an, dass die vorherige Regierung (UK) für etwa 500 Millionen Pfund eine Pandemievorsorge mit Tamiflu getroffen hätte, obwohl die Pharmaunternehmen entsprechende Studien zur Wirksamkeit des Medikaments zurückhielten. Damit konnte nicht geklärt werden, ob dieses Medikament überhaupt eine spezifische Wirkung entfaltet hätte.

Im weiteren Verlauf des Artikels spricht man auch die enormen Steuergeldverschwendungen, durch diese künstliche Panikmacherei an. Die Medikamente zur damaligen Pandemievorsorge wurden vernichtet und damit auch das Steuergeld. Man sehe hier eine gezielte Täuschung, um so Steuergelder direkt an Pharmaunternehmen umzulenken. Der Schlüsselfaktor heißt hierbei Angst.

Mit dem neuen Vorstoß zu Veröffentlichung sämtlicher Studiendaten, sowohl positive als auch negative, würde man die aktuelle Patientensicherheit deutlich verbessern können, so Dr. Wollaston. Es würde sicherlich auch dazu beitragen, dass Millionen eingespart werden könnten. Wenn man eine Freigabe aller historischen Daten derartiger Studien und Untersuchungen einsehen könnte, dann hätte man eine ganz andere Evidenzbasis für Medizin, es würde in manchen Fällen gar lebenswichtig für Patienten sein, so Wollaston weiter.

Die angestoßene Kampagne der Informationsaktivisten wird derzeit ebenfalls vom "Royal College of General Practitioners", dem "British Medical Journal", als auch der "Lancet" und der "Cochrane Library" unterstützt. Die Kritiker unterstrichen generell, dass rund die Hälfte aller klinischen Studien, in wissenschaftlichen Zeitschriften, nie veröffentlicht wird. Auf der anderen Seite werden Studien mit eher positiven Ergebnissen doppelt so häufig veröffentlicht.

Quelle: Daily Mail - Bild: flickr (symbolisch)

  
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