Geschichte der Religionen: Das Christentum


(C) Walter Hochauer, 2005, Bild: Wikipedia (CC BY-SA 2.0)

Das Christentum ist eine der Weltreligionen. Es verbreitete sich, von Palästina ausgehend, im 1. bis 4. Jahrhundert unserer Zeitrechnung als Hoffnung des jüdischen Volkes auf Befreiung von der Fremdherrschaft. Die Armen erwarteten durch das Christentum ein Reich sozialer Gerechtigkeit, das durch einen Messias (Christos „der Gesalbte“) verkündet werden sollte.

In Jesus von Nazareth (Jeschua) sah man diesen Messias. Als Religion der Armen, Beladenen und Unterdrückten (Urchristentum) verbreitete sich das Christentum trotz grausamer Christenverfolgungen immer mehr, vor allem im römischen Weltreich. Ab dem Jahr 319 wurde es durch Kaiser Konstantin den Großen (Flavius Valerius Constantinus) staatlich anerkannt.

Es verwandelte sich damit aus einer Religion der Unterdrückten immer mehr in ein Herrschaftsinstrument der Reichen. Zwischen dem 5. und 12. Jahrhundert wurden die germanischen, keltischen und slawischen Völker gezwungen, sich zum Christentum zu bekennen.

Gleichzeitig aber drang von Arabien her die Religion des Islams vor, so dass es zu jahrzehntelangen Kämpfen zwischen Christen und Mohammedanern kam. Ab 1054 trennten sich die östliche (griechisch-orthodoxe) und die westliche (römisch-katholische) Kirche, von der sich 1517 und später durch die Reformation auch noch die evangelisch-lutherische und die reformierten Kirchen lösten.

Durch weitere Aufspaltung entwickelte sich noch eine größere Anzahl christlicher Gruppen (Sekten) und Kirchen. Das Christentum und die christlichen Kirchen beeinflussten die Geschichte Europas in bedeutendem Maße. Die Idee des Friedens auf Erden und der uneingeschränkten und unbedingten Liebe zu allen Menschen, wie sie viele Christen vertreten, ist zwar eine gute Idee, hat sich aber in der Ausbeutergesellschaft nie verwirklichen lassen.

Im Gegenteil, die Ausbeuterklasse nutzte diese Ideen und die kirchliche Macht immer dazu aus, ihre Ausbeuterordnung zu festigen und den Armen einzureden, dass ihre Lage von Gott gewollt sei, und vertröstete sie auf ein besseres Leben nach dem Tode. Heute stehen viele Christen aus Verantwortungsgefühl für die Zukunft der Menschheit auf Seiten der friedliebenden Kräfte in der Welt.

Bild: Wikipedia (symbolisch)

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