Der Turmbau zu Babel: Wieso die Eurokrise auch nützlich sein kann


(C) EU; fdecomite, 2009, Bild: flickr (nicht portiert) (CC BY 2.0)

Die EU steckt scheinbar in der Krise. In Spanien, Portugal, Griechenland, Italien und zunehmend auch in den sogenannten "Kernländern" ist zu beobachten, dass die innere Zersetzung des Systems weiter vorangetrieben wird.

Die EU muss also SCHNELL umgebaut werden, neue Gesetze müssen implementiert werden, nationalstaatliche Souveränität muss abgebaut werden und andere, eher als unappetitlich zu bezeichnende, Dinge müssen umgesetzt werden, denn nur dann könnte die EU-Krise gemeistert werden.

Die Zentralisierungsmaßnahmen in der Europäischen Union trieben bislang durchaus skurrile Blüten. Schon der heutige Bundesfinanzminister (Deutschland; Wolfgang Schäuble) wusste dabei, wie man mit einer "Krise" umzugehen hat. Man müsse diese hegen und pflegen, denn durch die Krise sei es erst möglich, dass "neue Dinge" durchgesetzt werden können, was ohne eine Krise nicht so einfach machbar gewesen wäre.

Bei einer Phoenix-"Talkrunde" machte er dies im folgenden Satz recht deutlich:

Wir brauchen andere Formen internationaler Governance, als den Nationalstaat…Und heute schaffen wir etwas Neues…Ich bin bei aller krisenhafter Zuspitzung im Grunde entspannt, weil wenn die Krise größer wird, werden die Fähigkeiten Veränderungen durchzusetzen größer.

oder auch:
„…Wir können die politische Union nur erreichen, wenn wir eine Krise haben…“

Naja, dabei kann sich durchaus jeder "seinen eigenen Teil" denken. Die gegebenen Zentralisierungsmaßnahmen sind durchaus nicht vom Himmel gefallen, vielmehr sind sie im Gesamtspektrum Teil des Ganzen. Doch wie sollte man diese ganzen Dinge durchsetzen, ohne dass damit ein Aufschrei durch die Völker Europas geht? Dazu gab der heutige Vorsitzende der Euro-Gruppe, Jean-Claude Juncker, einen „passenden Kommentar“ ab:
"Wir beschließen etwas, stellen das dann in den Raum und warten einige Zeit ab, ob was passiert. Wenn es dann kein großes Geschrei gibt und keine Aufstände, weil die meisten gar nicht begreifen, was da beschlossen wurde, dann machen wir weiter - Schritt für Schritt, bis es kein Zurück mehr gibt." - zitiert von Dirk Koch: Die Brüsseler Republik. Der SPIEGEL 52/1999 vom 27. Dezember 1999, S. 136

Hierbei sei deutlich gemacht, dass es sich dabei um nur zwei kleinere Auszüge handelt, es gibt noch einige mehr. Doch diese sind durchaus schon mal als "interessant" zu klassifizieren.

Wenn Sie "einige" nähere Informationen zum Projekt der Europäischen Union benötigen, können wir Sie auf den folgenden Artikel hinweisen. Anstoßpunkt für diesen war die Selbstauszeichnung der Europäischen Union mit dem sog. "Friedensnobelpreis".

Friedensnobelpreis für die EU: Das sollten Sie über die Europäische Union ebenfalls wissen

  
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