Frankreich weiter unter Druck: Hollande-Regierung muss noch mehr sparen


(C) Jean-Marc Ayrault, 2012, Bild: flickr (nicht portiert) (CC BY 2.0)

Eigentlich sollte durch die Hollande-Regierung alles anders in Frankreich werden. Im Wahlkampf sprach er noch davon, dass der Wirtschaft ein ordentlicher Hieb gegeben wird. Das ist sozusagen auch eingetreten, doch ein wenig anders als geplant. Die finanziellen Geschenke Hollandes kehren sich immer mehr in eine eher negative Richtung um.

Die Wirtschaft Frankreichs schwächelt zunehmend, was nicht nur durch die Eurokrise bedingt ist. Nun kann von französischer Seite aus vernommen werden, dass zu den zuletzt geplanten 30 Milliarden Euro weitere Einsparungen getroffen werden müssen. In Medienberichten heißt es, dass etwa 22 Milliarden Euro zusätzlich eingespart werden müssten, damit die Defizitgrenze von 3 Prozent erreicht werden kann.

Die eingeführten Steuererhöhungen scheinen also nicht wie geplant das finanzielle Loch zu schließen, vielmehr müssen nun neue "Dinge" gefunden werden, aus denen man Geld herausziehen kann. Nach den aktuellen Zahlen des französischen Wirtschaft-Konjunktur-Instituts (OFCE) müssen etwa 22 Milliarden, zusätzlich zu den anvisierten 30 Milliarden Euro, eingespart werden.

Dabei machte das OFCE deutlich, dass nur durch harte Einsparungen der französischen Regierung das Defizitziel nicht erreicht werden wird. In diesem Jahr wird Frankreichs Wirtschaft wohl nur um etwa 0,1 Prozent wachsen. Im kommenden Jahr wird eine stagnierende Situation erwartet. Dadurch tritt gleichzeitig das Problem auf, dass die Steuereinnahmen deutlich geringer ausfallen werden, als bislang eingeplant.

Durch diesen Umstand würde die Defizitgrenze bei etwa 3,5 Prozent liegen. Um jedoch die 3 Prozent Defizitgrenze "zu halten", müssten, wie bereits benannt, etwa 22 Milliarden Euro zusätzlich eingespart werden. Mit diesen Sparanstrengungen, um die Defizitgrenze zu halten, würde jedoch die heimische französische Wirtschaft um 1,2 Prozent schrumpfen. Damit werden, nach den Berechnungen der OFCE, etwa 200.000 Arbeitsplätze "ausradiert".

Quelle: DWN - Bild: flickr (symbolisch)

  
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