Frankreich: In Marseille artet der Drogen- und Bandenkrieg immer weiter aus


(C) tonigab13, 2010, Bild: flickr (nicht portiert) (CC BY 2.0)

Bereits in der Vergangenheit zeigte sich in der südfranzösischen Stadt Marseille, dass hier der Bandenkrieg teils krasse Ausmaße angenommen hat. Nun scheinen sich diese Irritationen weiter verfestigen und gleichermaßen ausdehnen zu wollen. Der vorherrschende Drogenkrieg in Marseille schwappt auch immer mehr auf die bürgerlichen Viertel der Stadt über.

Normalerweise sollte hier die Polizei für Recht und Ordnung sorgen. Doch nach einem Mord, inmitten der Innenstadt von Marseille, verdichten sich die Hinweise darauf, dass seitens der Polizeieinheiten wohl Geschäfte mit den Kriminellen getätigt wurden. Durch diesen und weitere Umstände gerät die allgemeine Lage in Marseille immer weiter außer Kontrolle.

Zuletzt traten auch die Marseiller Bus- und Bahnfahrer in den Streik, da ein bewaffneter Jugendlicher einen Schaffner angegriffen hatte. Von einem Taxifahrer in Marseille wurde die Situation derart eingeschätzt, dass "organisierte Banden das Kommando über die Stadt übernommen haben". Beinahe wöchentlich gibt es in der französischen Stadt Schießereien, die Bürger verharren dabei in stetig weiter anwachsender Angst.

Der benannte Mord in der Marseiller Innenstadt reiht sich dabei in das allgemeine Spektrum der Gewalt ein. Hier wurde ein Mann, auf der Terrasse eines Cafés, inmitten der beliebten Innenstadt mit 10 Kugeln erschossen. Bei diesem Mordattentat kam auch ein Unbeteiligter zu Schaden. Dieser saß an einem Nachbartisch des Cafes und wurde ebenfalls angeschossen.

Die sich verschlechternde Lage in Marseille hat nunmehr auch die Alarmglocken bei der Pariser Regierung schellen lassen. Nach dem Innenstadt-Mord flog der französische Innenminister Manuel Valls nach Marseille, um dort den Tatort am Cafe in Augenschein zu nehmen. Dort erklärte er gleichzeitig den Bürgern der Stadt, dass Marseille nun zu einer Sonder-Sicherheitszone ausgerufen werde.

Gegenüber der Presse sagte Valls: "Das war ein Mord zu viel - das ist nicht mehr akzeptabel. Der Staat wird mit harter Hand durchgreifen. Marseille ist keine Stadt außerhalb Frankreichs, in der keine Gesetze gelten. Damit ist jetzt Schluss".

Gleichzeitig mit dem Besuch des Innenministers wurde das Sicherheitskontingent der Polizei aufgestockt. Die zwei Hundertschaften Polizei werden demnächst in den Problemvierteln zum Einsatz kommen, hieß es. In den Vierteln war bislang die Sondereinsatz-Truppe „Brigade Nord“ tätig.

Viele der Mitglieder dieser Sondereinheit sind mittlerweile selbst hinter Gittern, denn sie stehen im Verdacht, den Dealern Drogen und Geld abgeknöpft zu haben, um sich so selber zu bereichern. Das Gesetz des Stärkeren scheint in Marseille nunmehr Realität zu sein.

Quelle: TS - Bild: flickr (symbolisch)

  
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