Megaskandal: Riesen Geo-Engineering-Projekt vor Kanadas Küste erhitzt die Gemüter


(C) Paulo Brandão, 2008, Bild: flickr (nicht portiert) (CC BY-SA 2.0)

Geo-Engineering ist umstritten, wird jedoch praktiziert. Mittlerweile scheinen sich in diesem speziellen Experimentierfeld auch Leute zu tummeln, die ein schnelles Geschäft wittern oder ihren eigenen psychologischen Defekt befriedigen möchten. In diesem Fall geht es um einen windigen us-amerikanischen Geschäftsmann, der etwa 100 Tonnen Eisensulfat in den Pazifischen Ozean eingebracht hatte. Der auf Juli 2012 zurückgehende Fall wurde als Teil eines Geo-Engineering-Programms vor der Westküste Kanadas durchgeführt.

Nachdem Guardian über diesen Vorfall berichtet hatte, zeigten sich Rechtsanwälte, Umweltschützer und zivile Organisationen entsetzt über diesen illegalen Eingriff in die Natur. Hierbei unterstrich man ebenfalls, dass mit dieser illegalen Aktion gleich zwei internationale Konventionen verletzt wurden. Der Vorfall dürfte darüber hinaus auch beim Umweltgipfel der Vereinten Nationen, der in Indien stattfindet, für Empörung sorgen.

Satellitenbilder zeigten, dass durch die eingebrachten 100 Tonnen Eisensulfat eine künstliche Planktonblüte erzeugt wurde, die einen Umfang von etwa 10.000 Quadratkilometer hatte. Die dahinterstehende Absicht war, dass dieses gebildete Plankton Kohlendioxid absorbieren sollte. Wenn das Plankton mit dem Kohlendioxid "vollgesogen" ist, sollte dieses auf den Meeresgrund absinken, um dort das Kohlendioxid (CO2) "zu binden". Diese Geo-Engineering-Technik ist in Fachkreisen auch als sogenannte Ozeandüngung bekannt.

Russ George hatte dabei in der Vergangenheit schon diverse irrationale Ideen auf Lager. Der ehemalige "Chief Executive" von Planktos Inc. wollte seine Experimente z.B. auch in der Nähe der Galapagos und den Kanarischen Inseln durchführen.

Experten warnen seit langer Zeit davor, dass durch derartige Experimente, wie z.B. dieser Eisendüngung, langfristige und irreparable Schäden am ökologischen System der Meere entstehen könnten. Die Meere könnten so zu leblosen Gewässern werden, eine Versauerung der Ozeane könnte eintreten und damit gekoppelt auch die globale Erderwärmung weiter vorangetrieben (oder vielmehr durch derartige „Experimente“ erst ausgelöst) werden.

Der umstrittene US-Geschäftsmann Russ George gab zu diesem Experiment an, dass man mit seinem Team, von bislang nicht identifizierten Wissenschaftlern, die Überwachung des wohl größten jemals durchgeführten Geoengineering-Experiments, mit technologischer Ausstattung von den US-Agenturen "NASA" und der "National Ocean and Atmospheric Administration" (NOAA), umgesetzt habe.

Gegenüber dem Guardian sagte George weiter, dass es sich bei diesem "Unterfangen" wohl um das größte Ozean-Wiederherstellungs-Projekt in der Geschichte gehandelt habe. Man hätte nun eine Menge an "dicht"-wissenschaftlichen Daten gewinnen können.

Juristen sagten zu dem Projekt, dass diese durchgeführten Geo-Engineering-Maßnahmen gegen die UN-Konvention über biologische Vielfalt (CBD) und gegen die London-Konvention über das Einbringen von Abfällen in Meeren verstoßen hätten.

Derzeit trifft man sich seitens der UN in Hyderabad, Indien. Bei diesem Treffen sind u.a. auch Regierungsvertreter der Länder Bolivien, die Philippinen und afrikanische Nationen, sowie indigene Organisationen vertreten. Bei diesem Treffen wird gefordert, dass das aktuelle Moratorium auf ein umfassendes Verbot von Geoengineering aktualisiert werden muss, welches ebenfalls direkte Durchsetzungsmechanismen enthalten müsse. Dadurch sollen nicht nur Geo-Engineering-Maßnahmen in der Luft wirksam gestoppt werden, sondern auch jene Experimente, wie z.B. die in diesem Fall beschriebene Ozeandüngung.

Quelle: Guardian - Bild: flickr (symbolisch für "Ozean")

  
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