Tötung Gaddafis: Human Rights Watch spricht von Kriegsverbrechen


(C) Jesse B. Awalt/, 2009, Bild: Wikipedia (gemeinfrei)

Seitens der Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch wurden nun im Fall der Ermordung von Muammar al-Gaddafi neue Beweise vorgelegt. Diese sollen zeigen, dass Gaddafi nach seiner Festnahme von "Rebellen" ermordet wurde. Der HRW-Bericht wurde am Mittwoch vorgestellt, er trägt offiziell den Titel "Tod eines Diktators: Blutige Rache in Sirte".

Ebenfalls wird in dem Bericht benannt, dass es ein regelrechtes Massaker an mindestens 66 Mitglieder des Gaddafi-Konvois gegeben habe. Gaddafi und seine Anhänger wurden am 20. Oktober 2011, nach einem strategischen Luftangriff auf seine Heimatstadt Sirte, gefasst und danach getötet. In dem nun vorgelegten Bericht geht man auch auf die offiziellen Darstellungen der Behörden ein.

Hier heißt es nämlich, dass Muammar al-Gaddafi bei einem Schusswechsel getötet worden sei. Diese Darstellung der Behörden widerspricht den Feststellungen von HRW, wonach Gaddafi nach seiner Festnahme nicht durch einen Schusswechsel ums Leben gekommen ist. Auch zu den gezielten Tötungen der Gaddafi-Anhänger ging Peter Bouckaert von HRW ein.

Den "Rebellen" wird hier vorgeworfen, dass sie die Anhänger (Konvoi) Gaddafis entwaffnet hätten, danach geschlagen haben und im Anschluss in das Hotel Mahari verbrachten. In dem Hotel wurden sie dann erschossen, bei einigen der erschossenen Personen waren dabei die Hände auf dem Rücken zusammengebunden.

Damals (Oktober 2011) hatte auch ein Reporter der Nachrichtenagentur AFP Beweise dafür gefunden, dass auf dem Gelände des Hotels 65-70 Menschen teilweise durch Kopfschüsse ermordet wurden. Der am Mittwoch vorgelegte HRW-Bericht enthält unter anderem Aussagen von Rebellen und auch Überlebenden des Massakers vom Oktober 2011. Ebenfalls hat man seitens Human Rights Watch Fotografien und Videoaufnahmen, welche mit Handy-/Smartphonekameras aufgezeichnet worden waren.

HRW hatte bereits damals, kurz nach dem Massaker, vorliegende Beweise an die Behörden übergeben und auf eine unabhängige Untersuchung gehofft. Diese scheint wohl nicht derart durchgeführt worden zu sein, wie man sich diese eigentlich erwartet hätte. Ebenfalls sprach man seitens HRW an, dass es sich bei diesen Verbrechen eindeutig um Kriegsverbrechen handeln würde.

Quelle: DerStandard - Bild: Wikipedia (symbolisch)

  
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