Zensur Global: Königreich Saudi-Arabien bläst zur Vollkontrolle


Zensur - (C) IsaacMao, 2005, Bild: flickr (nicht portiert) (CC BY 2.0)

Wie kann man es anstellen, dass man das Internet global über eine zentralistische Schaltstelle zensieren kann? Genau, man muss die arabische Welt ein wenig in "Spannung" versetzen und wenn dies getan ist, muss man ein Anti-Mohammed-Video "einbringen" – um so eine „Explosion der Lage“ zu bewerkstelligen.

Die leicht vorausberechenbare Reaktion darauf, kann danach verwendet werden, um neue globale "Lösungen" umzusetzen. Hegels Dialektik kann einem dabei durchaus weiterhelfen. Das Konzept der Problem-Reaktion-Lösung scheint dabei immer wieder "gut" zu funktionieren.

Man hat von Anfang an die "Lösung in der Tasche", muss ein Problem erschaffen, von welchem man die Reaktion kennt und bietet dann die passende, bereits zuvor in der Tasche habende, Lösung auf diese Reaktion an.

Seitens Saudi-Arabiens fordert man nun, dass eine "stärkere internationale Kooperation" für die Regulierung des Internets "zwingend erforderlich" sei. Damit sollte das "Problem der Meinungsfreiheit" im Internet gelöst werden. Hierbei muss es speziell um Fälle gehen, die "klar gegen die öffentliche Ordnung" zielen.

Diese Ansichten des selbsternannten Königreiches stammen aus einem Entwurf für ein Grundlagenpapier des Generalsekretariats der Internationalen Fernmeldeunion ITU. Wie nicht anders zu erwarten war, siehe Hegels Dialektik, führt man als Begründung das Anti-Mohammed-Video an. Dieses Video sei mit einer vollen Absicht erstellt worden, um so gezielten Hass zu produzieren.

Damit hat das „Königreich“ sicherlich recht, wenn auch in einer anderen verdrehten Sichtweise. Weiter heißt es aus Saudi-Arabien, das man "internationale Regeln finden müsse", was als "akzeptable Rede angesehen werden kann". Hierbei bezog man sich jedoch nicht nur auf das Anti-Mohammed-Video.

Auch andere "übelwillige und kriminelle Aktivitäten" sollten in einer internationalen Lösung angegangen werden. Darunter etwa Spam, Identitätsdiebstahl, Kinderpornographie, DDoS-Attacken, Schadsoftware und Dinge welche "die öffentliche Ordnung von der Staatengemeinschaft gefährden würden". Weitere Informationen zur allgemeinen Thematik, erhalten Sie im Artikel "Uno soll Meinungsfreiheit im Netz international einschränken", unter der Quelle von Heise.

Quelle: Heise - Bild: flickr (symbolisch für "Zensur")

  
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