IWF-Chefin Lagarde kritisiert hohe Schulden wie zu Kriegszeiten


(C) Français : Fonds monétaire international, 2011, Bild: Wikipedia (CC0 1.0)

Nach Worten der IWF-Chefin Lagarde befinden sich die öffentlichen Schulden der reichsten Länder der Welt auf dem höchsten Stand wie zu Kriegszeiten. Diese hohen Verschuldungen würden eine generelle Gefahr für die Weltwirtschaft darstellen, sagte Lagarde in Tokio. Durchschnittlich gesehen liegen die Schulden bei 110 Prozent des Bruttoinlandsproduktes.

Dazu machte Lagarde deutlich, dass die Überwindung der Krise mit wirklich unglaublichen Schwierigkeiten verbunden sei. Man müsse daher einen "Rhythmus" für den Schuldenabbau finden. Dieser Rhythmus wäre ein schmaler und zugleich ein langer Weg, für den es keine Abkürzung geben würde.

Eine der vorgeschlagenen Maßnahmen des IWF war, dass Länder mit einem "finanziellen Spielraum" die sozialen Unterstützungen und auch die Ausgaben für das Arbeitslosengeld ankurbeln müssten, damit sich das gegenwärtige Wachstum nicht weiter verlangsamt. Ebenfalls ging sie zu den Sparzielen ein. Hier sagte Lagarde, dass wenn das derzeitige Wachstum unter die aktuelle Prognose fiele, man die bisher anberaumten Sparziele verschieben müsste.

Damit dürfte die IWF-Chefin wohl auch Deutschland gemeint haben, da es speziell bei dieser Ansprache um die reichen Industrieländer ging. Für den deutschen Bundesfinanzminister waren diese Vorschläge jedoch nicht nachvollziehbar. Er meinte, dass er es nicht nachvollziehen könnte, dass auf der einen Seite höhere Ausgaben verlangt werden und auf der anderen Seite, auf mittelfristige Sicht, die Konsolidierung der Staatshaushalte eingefordert wird.

Schäuble lehnt es generell ab, dass höhere Staatsausgaben getätigt werden, um so die Wirtschaft wieder anzukurbeln. Damit scheint es also deutliche Differenzen zwischen dem deutschen Bundesfinanzminister Schäuble und dem IWF zu geben.

Quelle: Welt - Bild: Wikipedia (symbolisch)

  
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