Berufung in Moskau: Ein Mitglied von Pussy-Riot kommt frei


(C) Cea., 2012, Bild: flickr (nicht portiert) (CC BY 2.0)

Nachdem die Berufung im Fall Pussy-Riot vertagt worden war, fiel nun durch ein Moskauer Gericht eine Entscheidung. Eine der angeklagten Frauen, Jekaterina Samuzewitsch, hat sich an diesem Mittwoch im Berufungsprozess vor dem Moskauer Stadtgericht im Namen ihrer beiden Mitstreiterinnen und in ihrem eigenen Namen für die Aktion in der Moskauer Erlöser-Kathedrale entschuldigt.

Gleichermaßen weigerte sich Samuzewitsch jedoch, eine direkte Entschuldigung zum "rowdyhaften Verhalten" einzugestehen. Dafür wurden die drei Bandmitglieder um Pussy-Riot zu je zwei Jahren Haft verurteilt. Im Prozess am heutigen Mittwoch sagte Samuzewitsch, dass sie bei der Aktion in der Kathedrale nie die Absicht gehabt habe, dass Gläubige beleidigt werden.

Im Namen ihrer zwei Kolleginnen entschuldigte sie sich ausdrücklich dafür, dass Menschen in ihrem Glauben verletzt wurden. Gleichzeitig machte sie deutlich, dass dies keine Absicht gewesen sei, man habe eher vorgehabt eine politische Aktion durchzuführen, hieß es. Deshalb wolle sie sich und auch ihre zwei Mitstreiterinnen nicht wegen Rowdytums schuldig bekennen.

Vor dem Gericht äußerte sie die Bitte, dass der gefallene Schuldspruch aufgehoben werden soll und gleichzeitig das Verfahren mangels Tatbestands eingestellt wird. Zurückgegangen war der betreffende Fall auf Ende Februar. Dort hatte die Band Pussy-Riot in der Moskauer Erlöserkathedrale ein sog. "Punkgebet" aufgeführt.

Gegen Jekaterina Samuzewitsch wurde die zweijährige Haftstrafe zur Bewährung ausgesetzt, die anderen beiden Mitgliederinnen sehen einer zweijährigen Lagerhaftstrafe entgegen - wovon bereits die siebenmonatige Untersuchungshaft abgezogen wird.

Quelle: RiaN - Bild: flickr (symbolisch)

  
Bücherindex Bild Link

Weitere Inhalte