Proteste gegen Merkel - Ökonomen rechnen mit Austritt Griechenlands aus der Eurozone


(C) Andreas Trepte, 2008, Bild: Wikipedia (nicht portiert) (CC BY-SA 2.5)

Der Empfang für Merkel in Griechenland kann eher als unappetitlich bezeichnet werden. Zehntausende Demonstranten machte am Dienstag ihrem Ärger gegen das aufgezwungene Sparpaket Luft. Seitens Merkel betonte man zu Griechenland, dass das Land ein Teil der Eurozone sei, ein Austritt würde nicht stattfinden. Ökonomen sehen dies jedoch ein wenig anders.

Von deren Seite ist ein Austritt sozusagen nur noch eine Frage der Zeit. Die Reise Merkels nach Athen ist dabei wohl ein schwerer Auftritt für die deutsche Kanzlerin. Selten musste sie eine solche Wutentladung gegen ihre Person selbst in Augenschein nehmen.

In Athen ist dabei die höchste Alarmstufe ausgerufen worden, um Merkel vor den „Irritationen der griechischen Bevölkerung zu schützen“. Das gesamte Regierungsviertel in Athen ist komplett abgesperrt worden. Seitens der griechischen Regierung sprach man zudem Demonstrationsverbote aus. Bei "verdächtig aussehenden Personen" wurden vorsorgliche Sicherheitskontrollen durchgeführt, heißt es bei Focus.

Weiterhin sollen aus Sicherheitsgründen zwei Schulen geschlossen worden sein und zudem auch sechs U-Bahn-Stationen. Von der Deutschen Bundesregierung aus, scheint man die anhaltenden Proteste in Griechenland eher bei Seite wischen zu wollen. Der Regierungssprecher Seibert kommentierte zum Besuch Merkels in Griechenland: Dass die Reise aus dem Grund stattfinde, weil Merkel "in aller Freundschaft" mit den Griechen reden möchte.

Die Bundeskanzlerin will in Griechenland eine unterstützende Haltung einnehmen, damit das umfangreiche Sparprogramm durch die griechische Regierung umgesetzt wird. In diesem Zusammenhang meinte Merkel, dass das Land vor äußerst anspruchsvollen und auch schmerzhaften Aufgaben stehen würde.

Seitens Deutschlands wolle man den Griechen dabei "helfen", dass sich diese in der Euro-Zone stabilisieren könnten, hieß es. Auf der Seite der Geldgeber ist man dabei nicht ganz so optimistisch. Die Troika ist derweil immer noch "an den Zahlen" dran. Bislang wurde auch noch kein Geld aus dem Hilfspaket an die griechische Regierung ausbezahlt. Die bisherigen Reformzusagen in Griechenland reichen der Troika aus EU-Kommission, Europäischer Zentralbank und Internationalem Währungsfonds nicht aus, es müsse "noch deutlich mehr getan werden", "an allen Fronten", hieß es.

Zuletzt stellte die Troika den Griechen ein "Ultimatum" bis zum 18. Oktober 2012, bis dahin solle die Regierung ihren Reformwillen unter Beweis stellen. Seitens des deutschen Ökonomen Hans-Werner Sinn ist man ebenfalls keiner guten Dinge für Griechenland. Er erwartet, dass die Hilfsaktionen für Griechenland kein gutes Ende nehmen werden. Weitere Informationen dazu, erhalten Sie im Artikel "Schockprognosen für den Euro-Austritt der Griechen", unter der Quelle von Focus.

Quelle: Focus - Bild: Wikipedia (symbolisch für "Athen/Griechenland")

  
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