Neue Welt: Die Wiederentdeckung Amerikas durch Christoph Kolumbus


(C) Guillaume Delisle, Jahr: 1774, Bild: Wikipedia (gemeinfrei)

Amerika ist ein sogenannter Doppelkontinent. Er besteht aus Nord- und Südamerika, die durch Mittelamerika, eine Land- und Inselbrücke (Westindische Inseln genannt) verbunden sind. Zwischen beiden liegt das Amerikanische Mittelmeer (Golf von Mexiko und Karibisches Meer).

Dieses Nebenmeer des Atlantiks hat durch den Kanal von Panama Verbindung mit dem Pazifik. Nach der Oberfläche unterscheidet man im Westen die Hochgebirgsketten der Kordilleren, sie umschließen Hochländer und Becken, die Tiefländer in der Mitte des Kontinents, die von riesigen Strömen durchflössen werden (Mississippi, Amazonas, Rio de la Plata) und im Osten die Mittelgebirge.

Amerika erstreckt sich von der Arktis bis fast zur Antarktis und hat daher Anteil an allen Klima- und Vegetationszonen der Erde. Nordamerika hat subpolares und gemäßigtes Klima und im Süden subtropisches Klima. In Mittelamerika herrscht ebenfalls subtropisches Klima. Tropisches Klima beherrscht den nördlichen Teil von Südamerika, durch den der Äquator verläuft.

Weiter südlich schließen sich die entsprechenden Klimazonen in umgekehrter Reihenfolge an. An den Hängen der Kordilleren folgen einander, entsprechend der Temperaturabnahme zur Höhe hin, mehrere Vegetationsstufen. Nach der Eroberung Amerikas durch die Europäer wurde seine Pflanzen- und Tierwelt durch Apfel, Weizen, Pferd, Hausrind und Haushuhn bereichert, die in Amerika heimisch gemacht wurden.

Tomate, Kartoffel, Tabak und Truthühner gelangten dagegen von der „Neuen Welt“ nach der „Alten Welt“. Die Bevölkerung Amerikas kann man in fünf Gruppen unterteilen: Die Ureinwohner (Indianer und Eskimos), die Nachkommen europäischer Einwanderer, die Nachkommen der Sklaven (Afrika), die Nachkommen asiatischer Einwanderer und die Mischbevölkerung.

Nach der Wiederentdeckung (1492) Amerikas durch Christoph Kolumbus (engl. Christopher Columbus) begannen grausame Eroberungskriege gegen die Ureinwohner. Sie wurden aus ihren Wohngebieten vertrieben und zu Millionen getötet. Die blühenden Indianerreiche der Azteken und Maya in Mittelamerika und der Inka in Peru wurden durch die spanischen Eroberer vernichtet.

Mexiko, Mittel- und Südamerika ihre Sprache zwangsweise als Hauptsprache ein. Deshalb heißen diese Teile des Kontinents Lateinamerika. Die Nachkommen der Spanier nennen sich Kreolen. Mischlinge aus Europäern und Indianern werden Mestizen genannt und solche aus Europäern und Negern Mulatten.

Die Entwicklung der Wirtschaft wird in fast allen Teilen des Kontinents durch reiche Bodenschätze begünstigt. Boden und Klima bieten für die Landwirtschaft gute Entwicklungsmöglichkeiten. Dennoch haben sich die Länder des Erdteils sehr unterschiedlich entwickelt. Den hochindustrialisierten Vereinigten Staaten von Amerika und Kanada stehen in Lateinamerika einseitig auf den Export weniger Güter orientierte Länder gegenüber.

Die meisten von ihnen besitzen zwar seit vielen Jahrzehnten die Eigenstaatlichkeit, aber ihre Wirtschaft und Politik werden vor allem von den USA bestimmt. So wurden die Staaten in Mittelamerika zu „Bananen-, Zucker- und Kaffeerepubliken“, Brasilien zum Kaffeeland, besonders Peru und Bolivien zu Hauptlieferanten von Bergbauerzeugnissen.

Die lateinamerikanischen Staaten blieben Absatzgebiete der USA und anderer Staaten. Die Wirtschaftspolitik der fremden Monopole verhindert mit allen Mitteln eine allseitige Industrialisierung und Entfaltung der Landwirtschaft.

Bild: Wikipedia (symbolisch)

  
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