Pflanzen: Kakteen und deren anatomische Merkmale


(C) Sudarshan Vijayaraghavan, 2008, Bild: flickr (nicht portiert) (CC BY 2.0)

Die pflanzliche Anatomie (Teilgebiet der Morphologie) ist die praktizierte Lehre vom inneren Aufbau eines Pflanzenkörpers, die Morphologie (die Lehre von den Formen und ihrem Wandel) befasst sich mit seiner Gestalt, und die Physiologie (Teilgebiet der Biologie) hat Lebensprozesse, wie Atmung, Ernährung und Substanzbildung, zum Thema.

Ohne Kenntnisse in diesen Bereichen, die sich voneinander nicht exakt trennen lassen, zumal sie in der Natur ineinandergreifen, ist eine erfolgreiche Pflege von Kakteen kaum machbar. Wie bereits benannt, sind die Kakteen Dikotyledonen, deren Keimblätter bei den verschiedenen Gattungen sehr unterschiedlich gestaltet sind.

Bei den Pereskien (Unterfamilie Pereskioideae) und Opuntien (lat.: Opuntia) werden sie groß und fallen sofort ins Auge, bei den Mammillarien (botanische Name) hingegen stellen sie meist nur kleine höckerartige oder schuppenförmige Rudimente dar.

Der Keimlingsteil zwischen den Keimblättern und den Wurzeln heißt Hypokotyl (Fachausdruck der Botanik) und ist bei Pereskioideae nicht und bei Opuntioidae kaum sukkulent. Für die Praxis bedeutet dies, dass man Gefäße mit auflaufenden Samen nicht trocken werden lassen darf.

Über die Wurzeln der Kakteen Wie überall im Pflanzenreich haben sie die Aufgabe, Wasser und Nährstoffe aus dem Boden aufzunehmen und die Pflanzen in demselben so zu verankern, dass sie fest stehen. Bei den meisten Kakteen besteht das Wurzelwerk aus einer Hauptwurzel, die Abzweigungen treibt und sich immer weiter verästelt.

Weiterhin gibt es zahlreiche Arten, die ein Büschel von Wurzeln bilden. Als Aufnahmeorgane entwickeln alle an den Enden Wurzelhaare, die kurzlebig sind und laufend durch neue ersetzt werden. Bei riesigen Arten wie Carnegiea ist die Hauptwurzel ausgeprägt pfahlförmig. Sie dringt tief ins Erdreich hinein und hat auch starke, weit verzweigte Seitenwurzeln.

Desgleichen bekommen Arten, die in steinigen, lehmigen bis tonigen oder ziemlich trockenen Böden auftreten, meistens sehr starke Wurzeln, manche bilden Rübenwurzeln. Büschelwurzeln gibt es vorwiegend bei Arten der Aylostera, Notocäctus und Rebutía, welche gemeinhin an grasigen Plätzen mit humosen, relativ feuchten Böden zu finden sind.

An trockenen Standorten entwickeln verschiedene Kakteenarten dagegen ein weit ausgedehntes Wurzelwerk, dessen Stränge und Verzweigungen nur wenige Zentimeter unter der Erdoberfläche dahin streichen, damit sie den kärglichen Regen oder den Tau, der diese netzt, sogleich aufzunehmen vermögen. Beispiele dafür sind viele Arten von Ferocäctus; ferner die Melocactus, die zwar am Mecresstrande, also in unmittelbarer Nähe von ausreichender Feuchtigkeit stehen, jedoch Süßwasser brauchen.

Eine weitere Lösung stellen die bereits erwähnten rübenförmigen Wurzeln dar. Sie dienen wie der oberirdische Teil der Pflanze als Speicherorgan und können - wie bei Peniocereus - umfangreich und sehr schwer werden. Bei anderen Spezies mit Wurzelstühlen teilen sich die Rübenwurzeln auch, so bei Corypbantha, Dolichothele. und manchen Mammilläria. Bei einigen, besonders den erstgenannten, treiben sorgfältig abgetrennte Teile der mehrteiligen Wurzeln aus, wenn sie wie Stecklinge behandelt werden, und bilden eigenständige Exemplare.

Die an kletternden, kriechenden und epiphytisch wachsenden Spezies üblichen Luftwurzeln sind ihrer Natur nach Adventivwurzeln, die die Funktionen normaler ausüben, sobald ihre Spitzen mit Erde in Kontakt kommen. Generell treiben die Körper fast aller Kakteenarten sicher und leicht Adventivwurzeln. Diese Eigenschaft ist für die weit verbreitete vegetative Vermehrung außerordentlich günstig.

Bild: flickr (symbolisch für "Kakteen/Pflanzen")

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