IWF Chefvolkswirt: Erholung von Finanzkrise wird 10 Jahre dauern


Hauptverwaltung des Internationalen Währungsfonds in Washington DC

In der EU selbst schwadronieren diverse Individuen darüber, dass die Eurokrise bald gelöst sei. Dass derartige Ankündigungen bereits in der Vergangenheit eher nicht eintrafen, wird dabei unter den Tisch fallen gelassen. Vielmehr zeigte sich, dass die allgemein hervortretenden Probleme eher mehr denn weniger geworden sind.

Die gleichen politischen Klassen wollen aber nun zum „Endkampf gegen die Eurokrise“ aufrufen, mit gänzlich neuen Rezepten. Dass dabei ein Demokratieabbau, zentralistische Vereinheitlichungen und andere beschämende Dinge vollzogen werden, scheint eher eine untergeordnete Rolle zu spielen.

Dass die Euro-Finanz-Wirtschaftskrise sobald ein Ende haben wird, davon gehen aber nicht alle aus. Seitens des IWF blickt man für die europäische Zukunft eher pessimistisch drein. Man meinte hierbei, dass nicht nur die Eurokrise, sondern auch die Weltwirtschaft insgesamt sehr lange durch diese Effekte beeinträchtig sein wird.

Von Beginn der ausgebrochenen Turbulenzen an, würde es etwa zehn Jahre lang dauern, bis wieder "einigermaßen Schwung" in die Weltwirtschaft kommt, hieß es. Dies gab der IWF-Chefvolkswirt Olivier Blanchard in einem Interview mit dem ungarischen Internet-Portal Portfolio.hu bekannt. Als generellen Höhepunkt, für die vorherrschende Finanz-/Wirtschaftskrise, sieht er dabei die Pleite der US-Investmentbank Lehman-Brothers im September 2008.

Speziell auf die Eurozone fokussiert sagte IWF-Chefvolkswirt Olivier Blanchard, dass es hier unterschiedliche Inflationsraten geben müsse. Eine geteilte Entwicklung bei den Preisen sei nötig. Speziell die von der Schuldenkrise betroffenen Länder im Süden bräuchten dringend einen Rückgang. Auf der anderen Seite müssten die sogenannten Euro-Kernländer eine höhere Inflation in Kauf nehmen.

Eine vereinheitlichte Krisenbewältigung sieht Blanchard eher negativ. Vielmehr müsse jedes Land seinen passenden Sanierungskurs finden, sagte er. Zwar seien Sparanstrengungen in den betroffenen Ländern wichtig, doch dies dürfte nicht dazu führen, dass deren Konjunktur abgewürgt wird. Ebenfalls bemerkte er in dem Interview an, das nicht nur der generelle Fokus auf der Eurokrise lasten dürfte, wichtig seien auch Japan und die USA, welche ebenfalls unter Haushaltsproblemen leiden.

Quelle: Welt - Bild: Wikipedia (symbolisch)

  
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