Geschichte Europa: Der Dreißigjährige Krieg


(C) Albrecht von Wallenstein, symbolisch

Der damalige Krieg erwuchs vor allem aus dem Gegensatz zweier europäischer Machtgruppen, die um die Vorherrschaft in Europa kämpften. Während die spanisch-habsburgische Gruppierung in besonderem Masse die feudale Reaktion verkörperte, befanden sich unter den Gegnern historisch fortgeschrittene Staaten wie die bürgerliche Republik der Vereinigten Niederlande und auch England.

In diese Auseinandersetzungen waren die deutschen Fürsten mit einbezogen. Der Kampf wurde unter einem religiösen Deckmantel ausgefochten. Der katholische Kaiser Rudolf II., der zugleich böhmischer König war, hatte im Jahr 1609 den böhmischen Ständen in einem „Majestätsbrief" ihre protestantische Religionsausübung zugesichert.

Als sein Nachfolger, Kaiser Ferdinand II., dieses Versprechen brach, zogen Vertreter der empörten Stände im Mai 1618 zur Prager Burg. Sie warfen zwei kaiserliche Beamte durch die Fenster in den Burggraben und setzten eine böhmische Regierung ein. Dieser Prager Fenstersturz des Jahres 1618 bildete den Anlass für einen 30 Jahre dauernden Krieg.

Der Krieg verlief in mehreren Phasen, die sich aus dem Eingreifen der einzelnen Mächte ergaben. Der Krieg begann mit der nationalen Erhebung der Tschechen gegen die habsburgische Herrschaft. Die böhmischen Stände wählten den Kurfürsten Friedrich von der Pfalz zum neuen König.

Kaiser Ferdinand II. rief die Liga zu Hilfe. Ihr Heer fiel in Böhmen ein und siegte dann 1620 in der Schlacht am „Weißen Berge“, die habsburgische Herrschaft blieb und festigte sich. Erst 1918 konnte sie abgeschüttelt werden. Die katholische Kirche unterwarf nach 1620 verschärft Böhmen ihrem Einfluss - dies mündete darin, das Ländereien zu kaufen waren die eigentlich zuvor nicht der Kirche inne waren.

Um eine weitere Ausbreitung der spanisch-habsburgischen Macht zu verhindern, verbündeten sich die Niederlande, England, Dänemark und einige nordwestdeutsche Fürsten. Während der Dänenkönig besiegt wurde, eroberte General Wallenstein, der mit einem Heer von etwa 30.000 Mann in kaiserliche Dienste getreten war, das damalige Mecklenburg. Der Kaiser beherrschte nun weite Gebiete Deutschlands.

Diesen Machtzuwachs wollten sowohl die protestantischen als auch die katholischen Fürsten nicht hinnehmen. Auf dem Kurfürstentag zu Regensburg, im Jahr 1630, nötigten sie Kaiser Ferdinand, den mächtigen Wallenstein zu entlassen und das kaiserliche Heer erheblich zu verkleinern. 1630 landeten schwedische Truppen auf der deutschen Halbinsel Usedom.

König Gustav Adolf von Schweden ging es hier speziell um die Vorherrschaft im Ostseeraum. Der schwedische Eroberungszug veranlasste den Kaiser, erneut Wallenstein zu berufen. 1632 kam es bei Lützen zur Schlacht. Die Schweden konnten zwar das Schlachtfeld behaupten, doch ihr König fand dabei den Tod.

Geheime Verhandlungen, die Wallenstein mit Frankreich, Schweden und Sachsen anknüpfte, um einen Ausgleich der politischen Gegensätze herbeizuführen, wurden ihm zum Verhängnis. Auf kaiserlichen Befehl wurde er im Jahr 1634 in Eger ermordet. 1635 griff Frankreich unmittelbar in die Kampfhandlungen ein, doch keine der kriegsführenden Parteien vermochte den Kampf in den Jahren bis 1645 militärisch eindeutig zu gewinnen.

Bild: Wikipedia (symbolisch)

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