Iran: Agenten und Stuxnet, war ein Großangriff auf die iranische Infrastruktur geplant?


(C) Adam Jones, 2012, Bild: flickr (nicht portiert) (CC BY-SA 2.0)

Bereits am 22. September veröffentlichte man über „Cryptome“ Informationen, bei denen die Frage gestellt wurde, warum so viele Intellektuelle/Facharbeiter über ein geschickt geleitetes Netzwerk für den US-Auslandsgeheimdienst CIA arbeiteten/arbeiten. Hierbei geht man u.a. auch darauf ein, welche "speziellen Taktiken" im Iran zur Anwendung kamen, um die Infrastruktur strategisch zu beschädigen.

Man nennt beispielsweise den für Schlagzeilen sorgenden Fall, als im Februar 2011 ein Öl-/Elektrizitätskraftwerk in der Nähe von Qom/Iran brannte. Diese Attacke (neben weiteren in einer Serie auftretenden Anschlägen auf Gas-/Ölförderstätten im Iran) war möglicherweise ein innerer Anschlag, der über ein durch die CIA geführtes Netzwerk von Agenten ermöglicht wurde.

Seitens des iranischen MOIS (Ministry of Intelligence and National Security) hat man dieses anscheinend längere Zeit im Iran aufgebaute Netzwerk, welches "von außen angeleitet wurde", nach und nach zerschlagen, heißt es in dem damaligen Bericht "Undercover-Agenten im Iran - Verloren in der Korruption".

Nachdem Informationen zu dieser Sache an iranische Medien durchgesickert waren, war innerhalb des Geheimdienstes "der Bär los". In einem Artikel von Press-TV hieß es dazu, dass am 21. Mai 2011 ein Spionagenetzwerk im Iran aufgedeckt worden war. In dieser damaligen Meldung wurde vermeldet, dass etwa 30 Personen verhaftet wurden, da sie im Verdacht standen, mit der Regierung der USA zusammengearbeitet zu haben.

Ebenfalls wurden in diesem Zusammenhang weitere 42 Auslandsagenten (Außerhalb des Irans - diese wurden in verschiedenen Ländern der Welt identifiziert) des US-Auslandsgeheimdienstes CIA aufgedeckt, hieß es. Der iranische Geheimdienst hatte bereits seit längerer Zeit ein Auge auf dieses verdeckt-agierende Agenten-Netzwerk geworfen, hieß es damals in dem Artikel. Weiterhin wurde damals benannt, durch Heydar Moslehi (seit dem 3. September 2009 Geheimdienstminister des Iran), dass das damalige Netzwerk unter verschiedenen Vorwänden im Iran operierte.

Unteranderem wurden z.B. auch Arbeitsvermittlungszentren betrieben. Aus einer Meldung vom 6. Juni 2011 geht hervor, dass diese "Arbeitsvermittlungs-Zentren" speziell dahingehend ausgerichtet waren, um so Ingenieure und andere wichtige iranische Personen zu ködern. Diese verdeckte Rekrutierungsaktion lief unter der Strategie, dass Iranern Arbeitsplätze, Daueraufenthalte, Visas oder Studienangebote in den USA unterbreitet wurden.

Hierbei sollen sog. "Köder-Webseiten", durch den US-Auslandsgeheimdienst CIA, erstellt worden sein. Auf diesen "Fake-Webseiten" spielte man vor, dass es sich um Arbeitsvermittlungs-Zentren für ausländische Bürger handeln würde, welche u.a. in die USA wollten. Damit hätten US-Agenten versucht (wie man gesehen hat erfolgreich), dass Iraner für „ihre Sache“ gewonnen werden. In diesem Zusammenhang wurden damals durch Teheran auch Namen der Unternehmen genannt, welche zur "Deckung" von CIA-Agenten dienten.

Darüber sollten die "richtigen Verbindungen" im Iran geknüpft werden, hieß es. Dafür benutzte man die benannten Fake-Webseiten und stattete sie mit einem legitimen Unternehmensnamen aus. Dazu zählten z.B. “Hobertson Advisors, Technical Hiring, Engineer One Inc., Deon Capital, Nuevara International, Waldmiller Group und Marketing Research Association”. Ein komplettes Interview zu dieser Sache, können Sie unter der folgenden Quelle nachlesen: http://www.presstv.ir/detail/185817.html

Damals kam auch heraus, dass die im Iran eingesetzten Agenten verschiedene Datensätze an die US-Agenten weiterverkauft haben. Darunter waren beispielsweise Details zum iranischen Energieversorgungsnetz, Gas-/Öl-Überwachungszentren, Gas-/Ölförderanlagen, wie der Iran seinen Internationalen Flughafen betrieb und welche möglichen Sicherheitslücken dieser hat. Außerdem wurden auch Informationen weiterverkauft, die den Inhalt hatten, welche Angebote von ausländischen Firmen vorliegen würden, um im Iran nach Öl- oder Gasvorkommen zu suchen.

Aus nicht näher genannter Quelle der iranischen Justiz will man bei Cryptome Informationen erhalten haben, welche zeigen, dass die damaligen Rekrutierungen, durch den US-Auslandsgeheimdienst CIA, durchaus erfolgreich verlaufen sind – zumindest für eine gewisse Zeit lang. Nach der „offiziellen Sprengung“ des Agentenrings sollen sich im Iran mindestens zwei Ingenieure in Haft befinden, welche wegen Spionage verurteilt wurden.

Von Familienangehörigen zweier Personen, die ebenfalls im Iran in Haft sind, hat man nähere Details zur Verurteilung durch ein iranisches Gericht erhalten. Demnach wurden diese Verurteilungen aus dem folgenden Grund durchgeführt: "Arbeiten gegen die nationale Sicherheit mit dem Ausland". Beide Personen sollen lebenslange Haftstrafen erhalten haben.

Eine dieser beiden verurteilten Personen ist demnach weiblich. Die Anwälte dieser weiblichen Person forderten damals, vor der Verurteilung, dass für ihre Mandantin eine Haftreduzierung auf 15 Jahre angestrebt werden müsse, da sie nach ihrer Enttarnung mit iranischen Behörden zusammengearbeitet hat und so wichtige Erkenntnisse zu anderen Agenten im Land lieferte. Bei diesem Justizverfahren soll es sich um ein besonders intensives gehandelt haben, heißt es in dem Artikel.

Die damit zusammenhängenden Untersuchungen starteten demnach bereits vor etwa vier Jahren und legten dabei den speziellen Fokus auf Spionagetätigkeiten in iranisch-staatlichen Netzen. Diese beiden Personen sollen auch mit dem Fall "Stuxnet", in besonderer Weise, verknüpft sein, heißt es in dem Artikel bei Cryptome. Die männliche Person, Jamshid Sadegh-alhosseini, welche in Mashhad (850 km östlich von Teheran) geboren wurde, soll demnach ein Mitarbeiter der "sehr vertrauenswürdigen" Firma Kalaye Electric gewesen sein.

Bei der zweiten, weiblichen Person, welche ebenfalls wegen Spionagetätigkeiten zu lebenslanger Haft verurteilt wurde, handelt es sich um Ameneh Shirzad, welche bei der Regierung tätig war. Diese beiden Personen sollen Lebensläufe auf einer Webseite namens "Iranian Expert Network" hochgeladen haben. Der Betreiber dieser Webseite wurde damals ebenfalls festgenommen und sitzt seitdem in Haft. Nähere Informationen zu dieser Person konnte eine genannte "vertrauenswürdige Quelle" nicht näher benennen.

Nachdem Jamshid Sadegh-alhosseini (männlich) und Ameneh Shirzad (weiblich) ihre Lebensläufe auf diese "Fake-Webseite" hochgeladen hatten, wurden sie von verdeckten Agenten des US-Auslandsgeheimdienstes CIA kontaktiert. Eigentlich hatten die beiden Iraner ursprünglich vor, dass ihre Absicht darin lag, außerhalb des Irans "ein besseres Leben zu starten". Mit einem Job/Visa im Ausland sollte dies ermöglicht werden. Dass sie ihren Lebenslauf jedoch auf eine CIA-Fallen-Webseite hochgeladen haben, wussten sie anfänglich anscheinend nicht.

Über eine geheime Agenda, welche durch „das Ausland“ im Iran geplant war, wussten sie generell nichts, auch nicht, dass sie für diesen Zweck eine Erfüllungsgehilfe sein sollten. Anhand ihrer Angaben, in den hochgeladenen Lebensläufen, erkannte man seitens der CIA, dass diese beiden Personen "wichtige" Stellungen (operationsspezifisch) im Iran inne haben, welche für den weiteren Operationsverlauf als durchaus nützlich angesehen wurden.

Nachdem die weibliche Person verhaftet wurde, gestand sie gegenüber dem iranischen MOIS (Ministry of Intelligence and National Security), dass sie einen sog. "USB Dongle" habe, der über ein "Self-Boot Verfahren" (SAO, Software and Operating-System) zum Einsatz gebracht werden könne.

Die auf dem USB-Stick gestartete Software soll demnach eine durch den US-Auslandsgeheimdienst CIA entwickelte Software sein, heißt es im Bericht von Cryptome. Diese USB-Sticks, mit dieser speziellen „self-boot Software“, sollen an einen ganzen Spionagering vergeben worden sein. Diese und damit zusammenhänge Informationen gab die damals verhaftete und geständige Iranerin an iranische Behörden weiter.

Wie es also aussieht, sollten die im Iran angeheuerten "Sub-Agenten", an ihren Arbeitsplätzen, den jeweils zugetragenen USB-Stick zur Anwendung bringen, um so einen Wurm über Schlüsselpositionen im iranischen Regierungs-/Sicherheitsnetz zu verbreiten. Seitens iranischer Behörden kommt man zu dieser Sache auf die folgenden Erkenntnisse und Überlegungen. Auf der einen Seite wurden in Ländern rund um den Iran, und im Iran selbst, Facharbeiter und Intellektuelle dahingehend rekrutiert, damit diese im Iran Spionagetätigkeiten durchzuführen oder dafür passende Hilfestellungen leisten.

Bei dieser Rekrutierungsoperation hatte der US-Auslandsgeheimdienst, nach Ansicht von iranischen Sicherheitsbehörden, viele Fehler begangen. Speziell auch bei der "Neueinstellung" rekrutierter Personen, die im Iran zum Einsatz gebracht wurden. Hierbei bezog man sich auch auf die Kontaktebene, zwischen rekrutierten Agenten und CIA-Agentenführern. Demnach seien viele dieser gepflegten Agenten-Kontakte außerhalb von diplomatisch geschützten Bereichen, wie Hotels, durchgeführt worden.

Durch diesen Umstand konnten gezielte Gegenspionagetätigkeiten vollzogen werden [durch den Iran], um so Informationen zu angeleiteten Agenten zu erhalten, welche man "im Auge behielt", um so weitere Informationen zu den generellen Strukturen der Agententätigkeiten im Iran, durch ausländische Strukturen, zu erhalten. Da der iranische Geheimdienst diese Gegenoperationen in streng abgeschotteter Weise durchgeführt hatte, ohne die inländische Justiz darüber zu informieren, sah man die danach getätigten Verhaftungen als illegal an.

Der iranische Geheimdienst hat diese verdeckte Operation für mindestens zwei Jahre durchgeführt, um so den gegnerischen Agenten falsche Informationen (Desinformation) zukommen zu lassen, "womit die Gegenseite gefüttert wurde". Mit diesen Falschinformationen soll man seitens des iranischen MOIS geschickt gespielt haben, um so die Gegenseite mit Desinformationen zu füttern, damit deren Blick auf gänzlich andere "Dinge" fällt.

Als diese Peinlichkeit herauskam, gab es nicht nur auf der Seite des US-Auslandsgeheimdienstes CIA rote Köpfe, da diese anscheinend professionell hinters Licht geführt wurden, auch beim MOIS selbst hatte diese Peinlichkeit für rote Köpfe gesorgt. Bevor der Stuxnet-Wurm wirklichen Schaden anrichten konnte, war dieser bereits "unter Kontrolle". Diese Informationen gab man der gegnerischen Seite natürlich nicht.

Gleichermaßen soll man in diesem Zeitfenster große Teile des iranischen Atomprogramms in Richtung Fordo (Die Atomanlage Fordo ist eine iranische kerntechnische Anlage zur Anreicherung von Uran. Sie ist Teil des Iranischen Atomprogramms. Ihre Lage ist südlich von Teheran etwa 30 km nördlich von Qom) verlegt haben. Das eigentliche Hauptziel bei Natanz (Provinz Esfahan) war demnach "geräumt".

Bei Cryptome spricht man davon, dass es sich nur noch um einen "leeren Raum" gehandelt haben soll. Dort soll die vom deutschen Konzern Siemens hergestellte SCADA-Infrastruktur vorhanden sein. Diese SCADA-Infrastruktur wurde damals über einen sogenannten "Proxy", mit geheimem Wissen von Siemens und dem BND, an den Iran verkauft.

Seitens des Irans soll man diese SCADA-Infrastruktur nicht mehr verwendet und am Standort Natanz belassen haben. Seitens Cryptome scheint man Informationen, von eine nicht näher genannten Quelle, zu haben, dass Siemens, mit Verbindungen zum BND, nicht nur den Iran mit derartigen Technologien beliefert hat. Ob in "anderen Fällen" auch Abwicklungen über sog. "Proxys" (proxy representative ‚Stellvertreter‘) durchgeführt wurden, kann an dieser Stelle nicht näher verifiziert werden.

Seitens Cryptome will man zudem aus erster, nicht genannter Quelle erfahren haben, dass neben der landläufigen Meinung in den Massenmedien, der Iran hinter Stuxnet eine reine CIA-Operation sieht. Eine direkte Verbindung zum israelischen Auslandsgeheimdienst sehe man, in diesem Fall, nicht. Seitens des Irans würde man, nach Einschätzung von Cryptome, „ungern die Chance verpassen, den Mossad zu überführen“.

Weiterhin ist dem Artikel von Cryptome zu entnehmen, dass man hier der gefestigten Meinung ist, dass hinter Stuxnet ein langwieriges Projekt der CIA stand. Demnach sollten Insiderinformationen und innere Spionagetätigkeiten, von rekrutierten Agenten aus dem Iran, durch die CIA dazu genutzt werden, um einen komplexen Cyberangriff auf die iranische Infrastruktur durchführen zu können.

Einige dieser Informationsbeschaffungsmaßnahmen der CIA waren wohl erfolgreich. Doch nachdem der Spionagering im Iran aufgeflogen war, sah sich der US-Auslandsgeheimdienst mit einem eher negativen Informationsfluss konfrontiert. In diesem "Durcheinander von zweifelhaften Daten", welche während der Jahre 2008-2010 zugeflossen sind, gab es eher "keinen klaren Durchblick" mehr für die CIA. Weiterhin geht aus den Informationen von Cryptome hervor, dass die männliche Person, welche zu lebenslanger Haft verurteilt worden war, die Haftstrafe im iranischen Gefängnis Evin (Teheran) verbringen wird.

Derzeit gibt es keine näheren Informationen dazu, wo die benannte weibliche Person inhaftiert ist, heißt es in dem Artikel weiter. Bei der Enttarnung des Agentenrings im Iran zeigte sich, dass es wohl eine der größten Enttarnungen in der Geschichte des US-Auslandsgeheimdienstes war. Aus Sicht von Cryptome soll die CIA noch heute ratlos darüber sein, wie es möglich gewesen ist, dass dieser sichergeglaubte Ring auffliegen konnte. Von ehemaligen US-Geheimdienstagenten will man erfahren haben, dass man seitens der CIA, nach dem "Blindflug im Iran", einige Änderungen im Prozess der Rekrutierung von Agenten durchgeführt hat. Zur gleichen Zeit, als Cryptome über eine geheime Quelle diese Informationen zugeflossen waren, wurde im Libanon ein ähnlicher Spionagering, innerhalb der Hisbollah, aufgedeckt und scheinbar ausgeschaltet. Aufgefallen war hierbei, dass diese libanesischen Agenten mit gleichen Strukturen agierten, die bereits im Iran zum Einsatz kamen. Darunter sollen z.B. die folgenden Auffälligkeiten sein, dass etwa Treffen im Freien abgehalten und auf Botschaften angemeldete Fahrzeuge benutzt wurden.

Final stellte man in dem Cryptome-Artikel fest, dass man das "Stuxneting des Irans" am besten verstehen würde, wenn man die letzten Jahre der Bush-Administration mit einbezieht. Hier soll ein Plan entwickelt worden sein, in wie fern ein durch die CIA angeleitetes Programm umgesetzt werden kann, um strategisch wichtige Punkte der iranischen Infrastruktur außer Gefecht zu setzen. In anderen Worten, der Iran sollte in einem strategisch-spezifisch festgelegten Zeitfenster "zum Krüppel geschlagen werden", um aus diesem Zustand heraus keine größere Gegenwehr leisten zu können.

Die CIA soll zu diesem Zweck "eine Menge Geld und Agenten in die nahe Region um den Iran getunnelt haben". Weiterhin stellte man fest, dass der israelische Auslandsgeheimdienst wohl nicht technologisch dazu in der Lage sei, eine solche Operation durchzuführen. Die Idee, dass Stuxnet ein Projekt Israels gewesen sein könnte, stellt man bei Cryptome als "Dummheit" dar. Generell leugnet man aber nicht, dass Israel eine "andere Rolle im Gesamtspiel zugedacht worden ist".

Wie man aus diesen Informationen her sehen kann, scheint im Konflikt mit dem Iran und dem Westen einiges los zu sein, was in dieser Art eher nicht in den etablierten Medien dargestellt wird. Hier fixiert man sich eher auf den Umstand, der aus rein psychologischer Sicht für die Massen am einfachsten zu verstehen/verarbeiten ist, dass „der Iran Atomwaffen anstreben würde“. Darum sollten wir nun Angst bekommen und wenn möglich, diese extern eingegebene kurze „Scheindarstellung“ verinnerlichen und zudem tief in das eigene Gedächtnis einbrennen". Dass die vorliegende Materie Iran-Westen-Israel sicherlich "ein wenig komplexer" ist, mögen sich die meisten Menschen eher nicht vorstellen können. Die einfachste und möglichst schnell "verdaubare Information" ist dann doch deutlich besser dafür geeignet, um die eigene Verblendung zu perfektionieren.

 

Quellen:
Press TV's interview with US spies
Lost in Corruption, Undercover Agents in Iran
Strategic, Psychological Analysis to Sayyed Nasrallah's Appearance
Who did the Stuxnet? Final Episode
Heydar Moslehi - bei Wikipedia

Bild: flickr (symbolisch für "IRAN")

  
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