Neues Gedicht von Grass - Neue Kritik aus Israel


(C) Blaues Sofa, Magnus Manske, 2006, Bild: Wikipedia (nicht portiert) (CC BY 2.0)

Schon einmal hatte Günter Grass die Regierung von Israel provoziert und sich damit ein Einreiseverbot nach Israel und zudem auch harsche Kritik von israelischen Offiziellen eingehandelt. Nun hat Grass ein neues Gedicht (Teil eines ganzen Bandes) veröffentlicht.

Seitens des Sprechers des israelischen Außenministeriums, Jigal Palmor, ließ man zuletzt etwas ironisch dazu verlauten, dass das neue Gedicht von Grass sicherlich kein Rilke und auch kein Schiller sei. Doch angesichts der früheren Äußerungen durch Grass, sei das aktuelle Gedicht immerhin "erfrischend".

Günter Grass hatte die erneuten Sticheleien gegen die israelische Machtpolitik in seinem neuen Gedichtband "Eintagsfliegen" veröffentlicht. In diesem Gedichtband äußerte sich Grass auch zu einem israelischen Nukleartechniker. Dieser wurde von der israelischen Regierung zu 18 Jahren Haft verurteilt, da er brisante Informationen zum Atomprogramm Israels entwendet und öffentlich gemacht hatte.

Grass würdigte den Whistleblower Mordechai Vanunu in seinem Gedichtband "Eintagsfliegen" als Vorbild und Held. Bereits im Jahr 1986 hatte Vanunu das streng geheim gehaltene Atomprogramm Israels öffentlich gemacht. Bei der politischen Klasse in Israel und in verschiedenen Teilen der Bevölkerung gilt er seitdem als Verräter. Allgemein stieß das neue Werk von Grass, nicht unerwartet, auf Kritik.

Der Lobby-Verband hebräischsprachiger Schriftsteller kritisierte deutlich, dass Grass eine obsessive Kampagne zur Beschämung Israels fahre. Der Vorsitzende des Verbands, Herzl Chakak, hat einen weltweiten Aufruf dazu gestartet, dass sich Intellektuelle auf der ganzen Welt von Grass distanzieren sollen.

Weiterhin stellte Chakak fest, dass anscheinend der Rassismus der Nazis in Grass seinem Erbgut eingebrannt sei. Vielmehr sollte Grass doch gegen das Atomprogramm des Irans tätig werden, damit könne er auch "die Spuren des Hakenkreuzes von seiner Kleidung löschen". Populistisch sagte Chakak weiter, dass Grass einen bitteren Kreuzzug gegen das jüdische Volk fahren würde, dafür könne man ihm nicht vergeben.

Quelle: Focus - Bild: Wikipedia (symbolisch)

  
Bücherindex Bild Link

Weitere Inhalte