Atomstreit: Nun warnt auch Moskau vor Angriff auf den Iran


(C) Adam Jones, 2012, Bild: flickr (nicht portiert) (CC BY-SA 2.0)

Nachdem der israelische Ministerpräsident Netanjahu auf der UN-Vollversammlung mit einer spektakulären Show von sich reden machte, indem er eine "Bombe" zeigte, die mit eingezeichneten Gefahrenlinien versehen worden war, schaltete sich nun auch die russische Regierung in die allgemeinen Kriegsvorbereitungen gegen den Iran ein.

Die Regierung in Moskau hat nun offiziell vor einen Militäreinsatz gegen den Iran gewarnt. In diesem Zusammenhang sagte der Vizeaußenminister Sergej Rjabkow, dass er davon ausginge, dass es weder im Jahr 2012, noch im Jahr 2013 zu einem Militäreinsatz gegen den Iran kommen wird. Sollte ein solcher militärischer Schritt unternommen werden, würden die bislang keimenden Hoffnungen über eine Regelung im iranischen Atomprogramm zerstört werden.

Bei der russischen Nachrichtenagentur Ria Nowosti wurde der Vizeaußenminister weiter zitiert, dass neue, noch engere Sanktionen gegen den Iran, den Verhandlungsprozess erheblich stören würden. Am vergangenen Donnerstag hatte Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu auf der in New York stattgefundenen UN-Vollversammlung klare Grenzen für Teherans Atomprogramm gefordert.

Netanjahu zeigte mit einer Bombe, welche auf eine Pappe aufgedruckt war, wo eine mögliche "rote Linie" gezogen werden muss. Diese rote Linie dürfe durch den Iran nicht überschritten werden. Sollte der Iran diese von Netanjahu kenntlich gemachte "rote Linie" überschreiten, werde es einen militärischen Einsatz gegen den Iran geben, so Netanjahu auf der UN-Vollversammlung.

Derzeit rechnet man seitens der Regierungen in Israel/USA damit, dass der Iran bis Sommer 2013 "genug Uran angereichert haben wird, um Atomwaffen zu bauen". Woher diese Informationen stammen und aus welchen Berechnungsgrundlagen sich dieses zukünftige Datum herleiten lässt, wurde nicht benannt. Nach diesen ominösen Rechnungen, die von Netanjahu vorgetragen wurden, zeigte sich der iranische UN-Botschafter entsetzt darüber.

Es’haq Ale Habib nannte diese Vorwürfe des israelischen Ministerpräsident "unverschämt und heuchlerisch". Gleichermaßen wies er darauf hin, dass es Israel sei, das Unmengen Atomwaffen besitze. Der iranische Sender Press TV ließ in diesem Zusammenhang verlauten, „dass der jüdische Staat der Wegbereiter des Staatsterrorismus sei und hinter Terroranschlägen auf iranische Atomforscher stecke“.

Teherans Atomprogramm sei absolut friedlich ausgerichtet, betonte Ale Habib. Generell sei der Iran stark genug, um sich zu verteidigen und behalte sich das Recht vor, auf einen Angriff mit einem verheerenden Vergeltungsschlag zu reagieren. Wie sich der Fall in den allgemeinen Spannungen zwischen Israel/USA und Iran weiterentwickeln wird, muss abgewartet werden, die Luft scheint aber "zu brennen".

Quelle: Irib - Bild: flickr (symbolisch)

  
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