Microsoft droht erneute Rekordstrafe wegen Internet-Explorer


(C) Sean MacEntee, 2010, Bild: flickr (nicht portiert) (CC BY 2.0)

Schon vor einiger Zeit musste das US-amerikanische Unternehmen Microsoft "gewisse Erfahrungen" mit der EU machen. Speziell aus kartellrechtlichen Belangen heraus. Doch nun scheinen erneute "Einschläge", seitens europäischer Wettbewerbshüter, auf das Unternehmen zuzukommen.

Vorgeworfen wird Microsoft, dass eine Anordnung nicht umgesetzt worden ist, die darauf abzielte, dass der von Microsoft entwickelte Internet-Explorer "keine Dominanz inne haben dürfe" – in Bezug zum jeweiligen Betriebssystem. Soll bedeuten, dass Microsoft den Nutzern auch andere Browser als nur den Internet-Explorer anbieten müsse.

Nun droht Microsoft erneut eine erhebliche Geldstrafe. Von offizieller Seite der EU hieß es zuletzt, dass man den US-Softwareriesen schon bald "zur Rechenschaft ziehen werde". In der immer noch nicht umgesetzten Anordnung aus dem Jahr 2009 geht es darum, dass die allgemeine Dominanz des Internet-Explorer seitens Microsoft nicht "zurückgestutzt" wurde.

Die EU-Wettbewerbskommission habe nun ein formales Verfahren eingeleitet, hieß es. Der EU-Wettbewerbskommissar Joaquin Almunia sagte zu diesem: "Es dürfte aber keine lange Untersuchung werden, da die Firma selbst schon explizit einen Verstoß gegen die Vereinbarung zugegeben hat".

Welche Strafe Microsoft durch dieses erneut eingeleitete Verfahren erhalten wird, ist bisher nicht abschätzbar. Rein theoretisch könnte das US-Unternehmen aber mit einer Geldstrafe in Höhe von zehn Prozent des Jahresumsatzes belegt werden. Unsere persönliche Meinung zu dieser Sache ist, dass dieses Verfahren absoluter Schwachsinn ist.

Selbst wenn es auf dem Betriebssystemen von Microsoft, nach der Neuinstallation, nur den Internet-Explorer zu geben scheint, wird der Benutzer nicht unbedingt darin gebremst, sich einen anderen Browser aus dem Internet zu laden und diesen zu installieren. Warum nun eine EU-Behörde hier planwirtschaftlich eingreifen muss, versteht wahrscheinlich nur diese selbst - sozusagen aus einem Selbstbegründungszweck.

Quelle: Handelsblatt - Bild: flickr (symbolisch)

  
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